Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 12.11.2019


Bezirk Kufstein

Pläne für Kufsteiner Ladestraße freuen nicht jeden

Die Ladestraße in Kufstein könnte eine neue Parallelstraße zur B171 Richtung Bayern werden. Nicht gerade zur Freude der Anrainer.

Das Schild mit dem Hinweis Sackgasse soll verschwinden und die Kufsteiner Ladestraße öffentlich werden.

© OtterDas Schild mit dem Hinweis Sackgasse soll verschwinden und die Kufsteiner Ladestraße öffentlich werden.



Von Wolfgang Otter

Kufstein – Ein Maßnahmenmix soll die Festungsstadt vor weiterem Verkehrschaos bewahren. Dazu gehören neben der angepeilten Vignettenbefreiung bis Kufstein Süd auch die vom Land gesetzten Fahrverbote und Dosierampeln. Zugleich will aber Bürgermeister Martin Krumschnabel die Schubertstraße (B171) durch eine neue Pa­rallelstraße Richtung Bayern entlasten. Das betrifft die so genannte Ladestraße, die bei Bau des Parkhauses der ÖBB vis-a-vis dem Bahnhof öffentlich befahrbar werden soll und eine innerstädtische Verbindung zwischen der B171 nach der Innbrücke bis zum Kreisverkehr Münchener Straße darstellt. Gestern Abend beschäftigte sich der Stadtrat damit.

Für VP-GR Richard Salzburger wäre die Öffnung „im höchsten Maße kontra­produktiv“, wie er meint. „Schließlich erzeugen üblicherweise mehr Straßen mehr Verkehr. Überdies hätten die Bewohner entlang der Schubertstraße durch die geöffnete Ladestraße von beiden Seiten Beeinträchtigungen zu befürchten.“ Auch die Sinnhaftigkeit eines Kreisverkehrs im Bereich der Ladestraße mit der B171 verschließt sich Salzburger. Es wäre der vierte Kreisverkehr innerhalb einer kurzen Strecke „und würde wohl eher eine Verkehrsbehinderung darstellen“, so der Gemeinderat. Daher orte­t er eine „Verkehrs-Planlosigkeit des Bürgermeisters“. Für Krumschnabel wiederum ist die Reaktion Salzburgers unverständlich und „faktenfremd“, Fachleute hätten nämlich die Maßnahme vorgeschlagen, sagt er zur TT.

Diese Verlagerung, angeblich an verkehrsstarken Winterreisetagen bis zu 10.000 Pkw, freut jedoch die Anrainer an der Ausweichstrecke nicht besonders, wie FPÖ-Stadtrat Walter Thaler bereits durch Gespräche in Erfahrung bringen konnte. Auch Grün-GR Victoria Da Costa sieht hier ein Problem. Im Gegensatz zu Thaler könnte sie sich aufgrund der Wirkung die Straße vorstellen, auch wenn sie für eine generelle Verkehrsvermeidung ist. Für Thaler geht weiters darum, „ob wir uns die Straße leisten können“. Positive Stimmen kommen von SPÖ-GR Alexander Gfäller-Einsank und GR Horst Steiner (Bürgerliste), die die Entlastung der Schubertstraße in den Vordergrund stellen. Aber es sei eine Geschmacksfrage, „vor welchem Kreisverkehr ich den Stau lieber habe“, meint Steiner.




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