Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.11.2019


Bezirk Imst

Tarrenzer Gemeinderat: Emotionen kochten im Saal über

Der Tarrenzer Gemeinderat beschloss mehrheitlich eine Begegnungszone samt Einbahnregelung mit Ausnahmen. Gemeinsam mit einem verabsäumten Hauskauf sorgte das für lautstarke Auseinandersetzungen.

Einige Tagesordnungspunkte wie die Begegnungszone rund um Kindergarten und Volksschule ließen die Emotionen auch bei Anrainer Albin Prantl (M.) überkochen.

© PaschingerEinige Tagesordnungspunkte wie die Begegnungszone rund um Kindergarten und Volksschule ließen die Emotionen auch bei Anrainer Albin Prantl (M.) überkochen.



Von Alexander Paschinger

Tarrenz – Großartige Reibungspunkte auf der Tagesordnung des Tarrenzer Gemeinderats waren auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Der Bericht des Überprüfungsauschusses etwa wurde am Dienstagabend rasch zur Kenntnis genommen, die Freizeitwohnsitzabgabe mit ein wenig Murren beschlossen (BM Rudolf Köll hätte von Landesseite lieber die Nebenwohnsitze einbezogen gewusst). Aber dann kam das Gemeindeparlament auf die Begegnungszone zu sprechen. Und das sorgte dann für einen regelrechten Eklat.

Seit einigen Monaten beschäftigt sich der Bauausschuss der Gemeinde mit der Verkehrssituation rund um den neuen Kindergarten und die Volksschule. Die Lösung wurde in der Einrichtung einer Begegnungszone und einer Einbahnstraße von der Trujegasse zur Mittergasse gesehen. Damit zeigte sich die Opposition um GV Kilian Tangl prinzipiell einverstanden, aber Tangl warf dabei dem Bürgermeister vor, nicht mit den Anrainern gesprochen zu haben. Das wiederum habe sich durch die Ausnahme dreier Betroffener von der Einbahnregelung erledigt, hält BM Köll entgegen.

Einem dieser Anrainer, der frühere Gemeinderat und Landwirt Albin Prantl, erlaubte Köll keine offizielle Wortmeldung im Plenum.

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- Paschinger

Als es dann auch noch um die neue Arztpraxis am bisherigen Standort in der Mittergasse ging, platzte Prantl allerdings der Kragen. Lautstark beschwerte er sich über das Verhalten der Bürgermeister-Fraktion und wurde letztlich des Saales verwiesen. Gegenüber der TT beschwerte sich Prantl noch einmal über Köll, der als Bezirksbauernobmann Landwirten in Tarrenz das Leben schwermache.

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Prantls Kritik wurde von Tangl weitergeführt: Die Gemeinde und der Bürgermeister hätten es seit Jahren verabsäumt, ein Haus neben der Arztpraxis zu kaufen, abzureißen und damit auch die Parkplatzmisere zu entschärfen. „Zu teuer“, konterte der Dorfchef, es habe einen Grundsatzbeschluss zum Kauf gegeben, doch Kaufpreis, Hypothekarbelastung und Abrisskosten hätten letztlich einem Quadratmeterpreis von 300 Euro entsprochen. Was die Parkplatzsituation betreffe, „hat es bis zum 30. September (solange Dr. Joachim Straß ordinierte, Anm.) auch funktioniert“.

Noch einmal eine Diskussion sowie vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen brachte der Kostenersatz von 1700 Euro für den Bürgermeisterausflug der Imster Dorfchefs nach St. Petersburg.