Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 14.11.2019


Bezirk Kufstein

Wörgl will Erweiterung des Steinbruchs verhindern

Der Gemeinderat spricht sich gegen den weiteren Dolomitabbau im Lahntal aus. Man befürchtet negative Auswirkungen.

Der Steinbruch im Lahntal soll die nächsten Jahrzehnte weiter in Richtung Süden wachsen.

© OtterDer Steinbruch im Lahntal soll die nächsten Jahrzehnte weiter in Richtung Süden wachsen.



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Die Entscheidung fiel einstimmig und ohne große Debatte im Wörgler Gemeinde­rat. Die Stadt wird beim heute stattfindenden Verfahren der Montanbehörde für die Erweiterung des Dolomitsteinbruchs im Ortsteil Lahntal eine negative Stellungnahme abgeben.

Wie berichtet, plant die Firm­a Mineral Abbau GmbH, die ein Teil des Strabag-SE-Konzerns ist, den bestehenden Steinbruch die kommenden 40 bis 50 Jahre nach Süden hin auszuweiten. Auf 3,7 Hektar sollen von einer Seehöhe von 830 bis 680 Metern 2,8 Millionen Kubikmeter Material abgebaut werden. Zum Vergleich: Bislang sind rund 1,5 Millionen Kubikmeter gewonnen worden.

Laut Planer Markus Ramler, der das Projekt im Juni im Gemeinderat vorstellte, erwartet man keine negativen Auswirkungen auf die Stadt. Vorgesehen ist der Materialtransport wie bislang über einen Sturzschacht, der 250 Meter lang wird. Ramler sprach von maximal einer Sprengung pro Tag. So wie bisher sollen 20 bis 30 Lkw zum Abtransport fahren, und was Staub und Lärm anbelangt, gibt es laut Firma keine signifikanten Verschlechterungen.

Das sieht der Wörgler Gemeinderat nicht so. Bürgermeisterin Hedi Wechner verwies bei der jüngsten Sitzung als Begründung für die negative Stellungnahme auf „Staub und Lärm. Außerdem könnte es Beinträchtigungen, für das Biotop Filz, unser Naturschutzgebiet, geben.“ Zudem habe der weitere sehr intensive Abbau Auswirkungen auf das Landschaftsbild im Naherholungsgebiet. Daher werde man beim Verfahren zur Wahrung des öffentlichen Interesses die Bedenken einbringen.




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