Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 16.11.2019


Innsbruck-Land

Wohnbauoffensive mit 150 neuen Wohnungen in Rum

Rund 800 Personen stehen in Rum auf der Wohnungswerberliste. Bis 2022 realisiert die Neue Heimat in Neu-Rum 120 geförderte Mietwohnungen.

BM Edgar Kopp (2. v. l.) und NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner (2. v. r.) unterschrieben gestern den Options­vertrag für das Baurecht, flankiert von GR Markus Prajczer (l.) und Vize-BM Romed Giner.

© DomanigBM Edgar Kopp (2. v. l.) und NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner (2. v. r.) unterschrieben gestern den Options­vertrag für das Baurecht, flankiert von GR Markus Prajczer (l.) und Vize-BM Romed Giner.



Von Michael Domanig

Rum – Die Marktgemeinde Rum geht in Sachen leistbares Wohnen in die Offensiv­e: In der Steinbockallee in Neu-Rum – wo im Mai bereits eine neue Anlage mit 64 Mietwohnungen übergeben worden war – sollen, östlich angrenzend an das bestehend­e Wohngebiet, bis 2022 ca. 120 weitere geförderte Mietwohnungen entstehen. Die Neue Heimat Tirol (NHT) konnte sich erneut den Zuschlag sichern, sie rechnet für das Großprojekt mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 17 Mio. Euro.

Die Gemeinde stellt das ca. 7800 m² große Grundstück über ein Baurecht zur Verfügung, gestern wurde der Optionsvertrag unterschrieben.

„Viele Leute sind in Rum auf Wohnungssuche oder in prekären Wohnsituationen“, begründet GR Markus Prajczer, seit Mai neuer Wohnungsreferent, den Handlungsbedarf. „Am freien Markt werden in Neu-Rum inzwischen Dreizimmerwohnungen um bis zu 1250 Euro Monatsmiete ohne Betriebskosten angeboten – und abgenommen.“ Auch ihn habe „überrascht, dass es derart dramatisch ist“. Insgesamt rund 800 Personen seien auf der Wohnungswerberliste vorgemerkt. Durch die Wohnbauoffensive sollen in den nächsten drei Jahren etwa 150 Wohnungen entstehen. Neben dem „Herzstück“ in der Steinbockallee ist auch ein Nachverdichtungsprojekt im Bereich Hechenberg­straße/Austraße mit ca. 25 Wohnungen geplant, der Spatenstich erfolgt in zwei Wochen.

Mit der NHT, die in Rum bereits die ansehnliche Zahl von ca. 900 Wohnungen verwaltet, habe man stets gut zusammen­gearbeitet, lobt BM Edgar Kopp. Mit dem Neubau könne man viele Wohnungswerber zufriedenstellen.

Ziel sei ein ähnlicher Mietpreis wie in der im Frühjahr fertig gestellten Anlage, erklärt NHT-Geschäftsführer Hannes Gschwentner: Dort liege die Monatsmiete bei unter 7 Euro/m² – inklusiv­e Betriebskosten, Heizung und Tiefgaragenplatz. Noch vor Weihnachten soll das Ergebnis des Architekturwettbewerbs, zu dem zehn Büros eingeladen wurden, feststehen, 2020 dann die Vorarbeiten für den geplanten Baustart im November anlaufen.

Neu-Rum als „urban geprägtes Gebiet“ habe den Vorzug, dass man dort „eine höher­e Dichte wagen“ könn­e, so Gschwentner. Geplant ist ein (Passivhaus-)Gebäud­e mit E+7 Stockwerken. Die Parkplätze werden ebenerdig ausgeführt, eine Tiefgarage ist wegen etwaiger Hochwasserprobleme nicht möglich.

Natürlich habe man sich auch schon Gedanken gemacht, was die neue Anlage für die Kinderbetreuung bedeuten wird, sagt Vize-BM Romed Giner, Obmann des Infrastrukturausschusses: Im Bereich Kindergarten und Volksschule „wird in Neu-Rum etwas passieren“ – beim „Haus der Kinder“ (direkt neben der künftigen Wohnanlage gelegen) wäre etwa eine Aufstockung möglich.

Laut Gschwentner hat die NHT in Tirol derzeit über 1000 Wohnungen in 35 Gemeinden im Bau, heuer wird ein Bauvolumen von rund 107 Mio. Euro abgewickelt.