Letztes Update am Di, 26.11.2019 13:19

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fridays for Future

Erneut österreichweiter Klima-Streik am Freitag: Lichtermeer in Innsbruck geplant

Am kommenden „Black Friday“ soll unter dem Motto „Raus aus Fossilien, rein in die Zukunft!“ wieder österreichweit für das Klima gestreikt werden. In Innsbruck ist ein Lichtermeer geplant.

20.000 Menschen demonstrierten in Tirol beim Klimastreik vor zwei Monaten.

© Thomas Boehm / TT20.000 Menschen demonstrierten in Tirol beim Klimastreik vor zwei Monaten.



Wien, österreichweit — Die Umweltbewegung FridaysForFuture hat bei einer Pressekonferenz am Dienstag zum nächsten großen Klimastreik am 29. November aufgerufen. An diesem „Black Friday" soll es unter dem Motto „Raus aus Fossilen, rein in die Zukunft!" zum vierten Mal gegen die Erderwärmung auf die Straße gehen. Im besonderen Focus steht bei der Demo am Freitag die OMV.

Demonstriert wird österreichweit, in Innsbruck wird zu einem „Lichtermeer für's Klima" aufgerufen, das um 17 Uhr am Christoph-Probst-Platz starten soll. Nach der Eröffnungsrede soll es von dort aus um ca. 17.30 Uhr im Demozug über den Innrain, Marktgraben, Adolf-Pichler-Platz, Anichstraße und Maria-Theresien-Straße bis zum Landhausplatz gehen. Um ca. 19 Uhr sind dort Reden und Musikeinlagen geplant. Der Streik sei laut FridaysForFuture diesmal am Abend angesetzt, um auch Berufstätigen die Möglichkeit zu geben, mitzumachen. Lichtquelle für das Lichtermeer sollen Kerzen oder stromsparende Taschenlampen sein, auf Megaphone und Protestrufe wird diesmal bewusst verzichtet.

Beim letzten großen — weltweiten — Klimastreik am 27. September gingen in Tirol 20.000 Menschen auf die Straße.

In Wien startet die Demo diesen Freitag bereits um 12 Uhr bei der U2-Station Krieau, gegenüber der OMV-Zentrale. „Die OMV gehört zu den 100 größten fossilen Unternehmen, die zusammen für 70 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sind", sagte die Aktivistin Amina Guggenbichler in der Pressekonferenz. Politik und Unternehmen müssten aber verstehen, dass das fossile Zeitalter vorbei ist. „Die Energieträger Öl, Kohle und Gas weiterhin zu verbrennen, verstehen wir als fahrlässige Handlung gegenüber der Jugend und aller kommenden Generationen weltweit. How dare you, OMV?", so Guggenbichler.

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Auch für diesen Freitag ist ein Demonstrationszug durch die Stadt geplant.
Auch für diesen Freitag ist ein Demonstrationszug durch die Stadt geplant.
- Thomas Boehm / TT

Kritik an Politik und Großkonzernen

Auch die Politik nahmen die Aktivisten auf der Pressekonferenz natürlich in die Pflicht und forderten einen „Neustart Klima". 13,4 Millionen Tonnen Erdöl und 8,7 Milliarden Kubikmeter Erdgas-Verbrauch pro Jahr in Österreich tragen direkt zur Erhitzung des Weltklimas bei, kritisierten die Aktivisten. Schuld an dieser Entwicklung seien Großkonzerne wie die OMV, „die sich an veraltete Geschäftsmodelle klammern würden und eine Politik, die umweltschädliche Handlungen mit bis zu 4,7 Milliarden Euro pro Jahr fördert".

Zudem kritisierte FridaysForFuture die Vorlage des nationalen Klimaplans (NKEP), mit der „das 1,5 Grad-Ziel nicht erreicht werden kann". Die Politik sollte sich stattdessen an dem von Wissenschaftern erarbeitenden alternativen Klimaplan orientieren, mit dem die EU-Vorgaben tatsächlich eingehalten werden könnten. „Die Frustration ist groß", sagte Lena Schilling.

Nach dem Auftakt bei der OMV führt der Wiener Demozug in Richtung Innenstadt. Nach einer Zwischenkundgebung bei der Wirtschaftskammer Wien soll um 14 Uhr die Abschlusskundgebung vor den Ministerien für Nachhaltigkeit und Wirtschaft am Stubenring abgehalten werden. Auch in allen Landeshauptstädten werden Demos stattfinden (Treffpunkte unter: https://fridaysforfuture.at/).

Der Zulauf zu den Demos dürfte erneut sehr groß werden. In Wien und Vorarlberg gilt der Streik wieder als schulbezogenene Veranstaltung, womit die Schüler im Rahmen des Unterrichts teilnehmen dürfen. Bei der jüngsten österreichweiten Klimademo am 27. September hatten den Veranstaltern zufolge rund 150.000 Personen teilgenommen. (APA/TT.com)