Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 28.11.2019


Bezirk Imst

Mieming hat an “Lichtwellenleiter Competence Center“ zu kauen

Dank der Leerrohre aus dem Landeskontingent sind für Querungen der B189 im Zug des LWL-Ausbaus keine eigenen Grabungen nötig.

© PloderDank der Leerrohre aus dem Landeskontingent sind für Querungen der B189 im Zug des LWL-Ausbaus keine eigenen Grabungen nötig.



Während der jüngsten Sitzung des Mieminger Gemeinderates präsentierte das Lichtwellenleiter Competence Center, kurz LWL, der Planungspartner der Gemeinde, den aktuellen Stand des LWL-Ausbaus und die nötigen Schritte bis zum Vollausbau. Das ausfallsichere System soll sowohl von Mötz als auch von Nassereith aus über den Holzleitensattel und Obsteig an das übergeordnete Netz angebunden werden. Die Kosten hierfür übernimmt jeweils der Planungsverband. Die Verteilung in der Gemeinde erfolgt von Zentralen in der VS Barwies und der VS Untermieming aus. Die Dauer der Umsetzung wird maßgeblich von der Finanzierbarkeit des Millionenprojektes bestimmt.

Aktuell stehen Investitionen mit einem Gesamtvolumen von rund zwei Mio. Euro bei einem Eigenanteil von knapp 520.000 Euro zur Umsetzung an. Diese wurden geteilt, um die maximale Förderquote von 75 Prozent zu erreichen. Dabei dürfen die Kosten einzelner Teilprojekte, so genannter calls, 769.000 Euro nicht überschreiten. Zwei calls wurden bereits genehmigt, für das dritte Teilprojekt steht die Förderungszusage im Frühjahr 2020 an. Die Umsetzung muss innerhalb von 48 Monaten erfolgen, eine Verlängerung um zwölf Monate ist auf Antrag möglich. Derzeit stehen die Anbindung Mötz/Obsteig und der Ausbau im Bereich Krebsbach, Barwies, Höhenweg und Steinreichweg sowie Teile von See, Tabland, Zein, Weidach und Fiecht bis zur Grenze des Gemeindegebietes zu Telfs an.

Angestrebt wird eine Vollversorgung, also der Anschluss aller Objekte im Gemeindegebiet mit Ausbaureserve. Dafür wurden theoretische Gesamtkosten von 6,8 Mio. Euro netto veranschlagt. „Ein Wert, der sicher nicht erreicht wird", wie Experte Philip Thöni betont, „weil die darin enthaltenen Grabungskosten von 4,3 Mio. Euro durch Mitverlegung der Leerrohre bei anderen Baumaßnahmen deutlich gesenkt werden können." Um die geplanten 1450 Anschlüsse zu erreichen, sind rund 38,7 km an Gräben erforderlich, in die knapp 47,5 km Glasfaserkabel verlegt werden müssen. Von den bereits im Landeskontingent am Gemeindegebiet Mieming vorhandenen 9,4 km Leerverrohrung sind leider nur etwa 1,8 km nutzbar. Diese wurden in der Planung bereits berücksichtigt. Mit spürbaren Behinderungen des Straßenverkehrs muss während der Errichtungsphase gerechnet werden, obwohl einige Querungen verkehrsreicher Straßen bereits bestehen.

Der Gemeinderat strebt nach einer hohen Anschluss­quote und sucht nach einer kostengünstigen Lösung, bei der die Hausanschlüsse bereits bei der Verlegung der Haupttrassen hergestellt werden sollen. „Notfalls kann das dünne Rohr für den Hausanschluss ab der Grundstücksgrenze auch auf Putz verlegt werden", erklärt Thöni, „LWL ist zwar frostsicher, mechanische Beschädigungen führen jedoch zu teuren Reparaturen und müssen vermieden werden". (tp)