Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 29.11.2019


Innsbruck

Busgarage bis Mount Magic: Tourismus und Shows in Innsbruck

Die Vollversammlung von Innsbruck Tourismus bot gestern einen breiten Abriss über die Themen der Stadt. Gratis-Öffis für Urlauber regen die Stadtpolitik auf.

Die Lightshow im Innenhof der Hofburg ist eines der Projekte, mit denen Innsbruck Tourismus punkten will.

© PromediaDie Lightshow im Innenhof der Hofburg ist eines der Projekte, mit denen Innsbruck Tourismus punkten will.



Von Marco Witting

Innsbruck — Viele Shows: Suchte man gestern nach einem gemeinsamen Nenner für die Vollversammlung von Innsbruck Tourismus, dann stachen diverse Aufführungen hervor. Auch jene Polit-Show, die sich seit Monaten um den Busparkplatz dreht. Denn die Frage nach Garage, Kiss-&-Ride-Platz oder Hofgartenfläche durfte gestern im Haus der Musik nicht fehlen. Auf die virtuelle Showbühne geholt wurden gestern:

1. BUSPARKPLATZ: TVB-Obmann Karl Gostner hofft, dass man diesbezüglich „endlich" an einem Strang zieht. Der Busparkplatz am Hofgarten sei die einzige Alternative. „Die Gäste brauchen Infrastruktur und Information, wenn sie aussteigen. Darum sind die anderen Lösungen nicht möglich." Gostner bat die Stadtpolitik um Unterstützung für den Parkplatz am Hofgarten-Areal und erntete dafür Applaus von der Vollversammlung. Einer Busgarage erteilte er eine Absage. „Mir ist keine Touristen-Busgarage in ganz Europ­a bekannt." Bürgermeister Georg Willi (Grüne) sagte, er bemühe sich, „diese Lösung (Anm. die Fläche am Hofgarten) hinzubringen". Er verwies aber auch darauf, dass es eine Mehrheit dazu im Gemeinderat brauche. Es brauche generell ein Miteinander zwischen Einheimischen und Gästen. Das Wort „Overtourism" möchte Willi aus dem Sprachschatz streichen. Tourismusstadtrat Franz Gruber (VP) sagte: „Wir brauchen, damit nicht mehr Verkehr entsteht und der Bustourismus eine Zukunft hat, eine Parkmöglichkeit in der Innenstadt. Dieser Bereich ist der einzig mögliche. Mich wundert, warum die Diskussion jetzt wieder aufgemacht wurde." Die Debatte trage nur zur Verunsicherung bei. „Wir müssen den Sack zumachen."

2. LIGHTSHOW: Ein Erlebnis für die ganze Familie soll die Lightshow Mount Magic werden, die an der Innenhoffassade der Hofburg in Innsbruck bis zum 19. Jänner aufgeführt wird. Nach der Kaiser-Max-Show im Vorjahr wird das „Erlebnis für die Familie" (O-Ton Gostner) heuer fortgesetzt. Täglich drei Vorstellungen gibt es. Bei jener um 19.30 Uhr wird noch einmal zum Abschluss des Maximilianjahres die Max500-Show aufgeführt. Der Eintritt beträgt 10 Euro (Ermäßigungen am Montag).

3. InnSZENIERUNG: Die Neuausrichtung des Berg­silvesters wurde breit vorgestellt und diskutiert. Innsbruck Tourismus will mit der Bewerbung der InnSzenierung rund um den Inn heuer „voll in die Märkte" gehen, wie TVB-GF Karin Seiler-Lall es erklärt­e.

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4. ALPINE-HUB: Am Platz vor dem Landestheater schlummert der ehemalige Pavillon. Wie berichtet, wird der TVB hier ein Alpine-Hub errichten. Wohl bis zum Sommer sollen die Umbauarbeiten fertig sein. Dann soll man hier Räder ausleihen, Veranstaltungen buchen und Kaffee trinken können. Letzteres will der TVB aber nicht selbst organisieren, sondern an einen lokalen Gastronomen vergeben. Nach außen hin wird sich wohl auch an der Fassad­e einiges tun. BM Willi versprach seitens der Stadt eine rasche Abwicklung.

Abgesehen davon freute man sich bei Innsbruck Tourismus über die guten Nächtigungszahlen und die gestiegene Aufenthaltsdauer. Auf die große internationale Wetter-­Showbühne kommen Innsbruck und die Region 2020: Der Wettergipfel gastiert im Kühtai.

Urlauber dürfen gratis mit IVB fahren

Welcome Card, so heißt die kostenlose Gästekarte von Innsbruck Tourismus. Wer mindestens zwei Näche in der Region Urlaub macht erhält sie. Ab dem 1. Mai 2020 ist auch die Nutzung des öffentlichen Verkehrs in der Stadt gratis. Das galt bisher nur für die VVT-Linien rund um die Landeshauptsadt. Doch die Neuerung, von Innsbruck Tourismus als „einzigartige Initiative einer Landeshauptstadt" gefeiert, ruft auch einiges an Kritik hervor.

Durch die Kurtaxenerhöhung vor einem Jahr haben die Touristiker in der Region rund 2,5 Millionen Euro zusätzlich eingenommen. Geld, das jetzt teilweise für die lange diskutierte Öffi-Nutzung in Innsbruck verwendet wird. Karin Seiler-Lall, Direktorin von Innsbruck-Tourismus, sagt dazu: „Durch die Integration des gesamten öffentlichen Verkehrs, das heißt ab Mai 2020 inklusive auch aller Linien der Innsbrucker Verkehrsbetriebe, steigt die Erlebnisqualität für unsere Gäste deutlich. Sie können einfach und unkompliziert aus der Angebotsfülle der ganzen Destination schöpfen."

Obmann Karl Gostner lobt den unkomplizierten Zugang: „Man braucht kein Ticket zu lösen oder einen Gutschein einzutauschen oder ähnliches. Mit der Welcome Card, die der Gast bei der Ankunft vom Vermieter erhält, kann die Entdeckungsreise sofort starten." Lob gibt es dafür von Stadt und Land. Mobilitätslandesrätin Ingrid Felipe (Grüne) sprach von einem „Meilenstein", Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) sieht die Landeshauptstadt als „Vorreiter in Sachen nachhaltiger Mobilität".

Doch die Gratis-Nutzung rief sofort auch heftige Kritik in der Innsbrucker Stadtpolitik hervor. GR Mesut Onay (ALI) sprach von einer „Rücksichtslosigkeit gegen die Stadtbevölkerung" und sieht einen „Kniefall vor dem Massentourismus". Ähnlich sieht es auch GR Tom Mayer (Liste Fritz). Er sagt: „Ich finde das unfair, ungerecht und undurchdacht." Mayer will im Gemeinderat deshalb einen Vorstoß zur Gratis-Öffi-Nutzun für Einheimische einbringen.

Die Neos in der Stadt sehen in der Maßnahme ein „wichtiges Signal" um touristische Mobilität in Richtung der Öffis zu lenken. Es brauche jedoch auch für die Innsbrucker ein besseres und günstigeres Ticketangebot.

Übrigens: Ab drei Übernachtungen erhalten die Gäste die Welcome Card Plus, die zusätzlich Freifahrten mit ausgewählten Bergbahnen inkludiert. Die Karten werden laut dem Tourismusverband übrigens sehr gut angenommen. (mw)