Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 30.11.2019


Bezirk Landeck

Dreiländerregion investiert in Wasserversorgung

Auch der Interreg-Rat der Terra-Raetica-Region kommt am Klimawandel nicht vorbei. Zum Thema Wasser wurde ein Projektpaket geschnürt.

Delegierte aus allen Teilen der Terra-Raetica-Region trafen in Spondinig (Vinschgau) ein. In der linken Bildhälfte Vorsitzender Andreas Tappeiner (3. v. l.), Andrea Gilli (2. v. l) und Landecks BH Markus Maaß (4. v. l.).

© RegioLDelegierte aus allen Teilen der Terra-Raetica-Region trafen in Spondinig (Vinschgau) ein. In der linken Bildhälfte Vorsitzender Andreas Tappeiner (3. v. l.), Andrea Gilli (2. v. l) und Landecks BH Markus Maaß (4. v. l.).



Von Helmut Wenzel

Landeck, Spondinig – Trotz zahlreicher Quellen im gebirgigen Dreiländereck Italien/Schweiz/Österreich machen sich Verantwortungsträger auch dort Gedanken zum Klimawandel. Bei seiner jüngsten Sitzung in Spondinig (Vinschgau) hat der Interreg-Rat Terra Raetica darüber diskutiert und ein grenzüberschreitendes Projektpaket mit einem Investitionsvolumen von 200.000 Euro beschlossen.

„Projektziel ist es, dem Thema Klimawandel auf mehreren Ebenen zu begegnen“, fasst Koordinatorin Gabriele Juen vom Regionalmanagement regioL zusammen. In den Gemeinden der Klimawandelanpassungsregion im Bezirk Landeck sowie in Schluderns werden laut Juen Ansprechpartner nominiert und Klima-Workshops an Schulen eingerichtet. „Zudem sind Treffen im landwirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Bereich geplant, um Pilotprojekte zu entwickeln“, erläutert die Koordinatorin. Weil Wasser immer öfter ein knappes Gut wird, soll in einem der trockensten Gebiete von Schluderns ein Löschwasserteich reaktiviert werden. Auf Wanderwegen ist die Errichtung von Trinkwasserspendern geplant. „Auch Austauschtreffen zum Thema Bewässerung sind vorgesehen.“

Mit der Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs im Dreiländereck befasst sich seit Jahren ein Arbeitskreis. Aber die Ausstattung der Haltestellen und damit die Fahrgastinformation ist, so Juen, in der Grenzregion sehr unterschiedlich. „Vor diesem Hintergrund möchten wir einheitliche Standards an den Haltestellen einrichten“, erläutert die Koordinatorin ein weiteres 200.000-Euro-Projekt, das der Rat in Spondinig verabschiedet hat. „Mit dem gemeinsamen Erscheinungsbild soll auch die Sichtbarkeit der Terra-Raetica-Region verbessert werden.“ Projektpartner sind der Verkehrsverbund Tirol, Bezirksgemeinschaft Vinschgau sowie das Amt für Energie und Verkehr Graubünden.

Um Klimaschutz geht es auch bei einem der beschlossenen Kleinprojekte: Betriebe in der Region sollen auf „Nachhaltigkeit als Chance“ sensibilisiert werden. Damit verbunden ist auch die Zertifizierung zur Aufnahme in Nachhaltigkeitsnetzwerke. Ein weiteres Projekt gibt es für Längenfeld, wo der desolate Natur- und Tierlehrpfad beim Winklerbergsee erneuert werden soll. Das Projektvolumen liegt bei knapp 50.000 Euro.

Es ist ein gewöhnungsbedürftiger Name – „Interreg-Rat Terra Raetica“. Wobei Interreg für ein Förderprogramm der EU steht. Terra Raetica nimmt Bezug auf das einstige Räter-Volk. Die Terra-Raetica-Region liegt im Dreiländereck Italien/Österreich/Schweiz (Vinschgau, Engadin, Val Müstair, Bezirke Land­eck und Imst).

Mit dem Gründungsakt im Dezember 2007 in Burg­eis hat sich das Regionsforum zu grenzüberschreitender Kooperation verpflichtet. Das aktuelle Interreg-V-Programm Italien-Österreich (2014 bis 2020) ist mit insgesamt 71 Mio. Euro dotiert.