Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 30.11.2019


Schwaz

Turbulente Zeit für die Schwazer Freiheitlichen

Die vier Sitze im Schwazer Gemeinderat haben sich für die Freiheitlichen halbiert. Sie wollen trotzdem als „kantige“ Opposition neu durchstarten.

Natalia Danler-Bachynska, BR Christoph Steiner, StR Daniel Kirchmair, Gerda Egger und GR Eva-Maria Moser (v. l.).

© FankhauserNatalia Danler-Bachynska, BR Christoph Steiner, StR Daniel Kirchmair, Gerda Egger und GR Eva-Maria Moser (v. l.).



Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz – So hatten sich das die Schwazer Freiheitlichen nicht vorgestellt. Im vergangenen Jahr musste die Stadtpartei viel wegstecken. Immerhin nehmen auf ihren vier Sitzen im Gemeinderat nur noch zwei „richtige“ FPÖler Platz.

Als vor knapp einem Jahr StR Edi Rieger verstarb, verlor die freiheitliche Stadtpartei eine wichtige Stimme und einen Sitz im Gemeinderat. Denn der Nächstgereihte war Benjamin Kranzl, der als freier Mandatar agiert. Und was die Spatzen schon längst von den Dächern pfiffen, ist nun offiziell: Emil Danler legt sein Amt komplett nieder. Der Grund ist laut Bezirksparteiobmann Christoph Steiner, dass „Emil durch eine berufliche Veränderung viel im Ausland unterwegs ist“. Er dementiert zudem die Gerüchte, dass Danler während seiner Beurlaubung Gehalt bezogen habe.

Nun rückt Albert Polletta in den Gemeinderat nach. Auch er ist freier Mandatar und kein FPÖ-Mitglied mehr. Die Sitze der Freiheitlichen haben sich somit halbiert. Kein guter Stand für eine Opposition. Zudem gehen auch einige Ausschuss-Besetzungen an die freien Mandatare, wo die FPÖ nicht mehr mitmischen kann.

Aber damit nicht genug: Noch eine geht. GR Eva-Maria Moser zieht ab April für den Job als Kinderkrankenschwester nach Wien. Ihre Nachfolgerin ist Natalia Danler-Bachynska. Sie sitzt bereits als Ersatz-Gemeinderätin in drei Ausschüssen (äußere Beziehungen, Schule/Bildung und Sport). Auch Ersatz-GR Gerda Egger (Listenplatz 16) soll zum Einsatz kommen.

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„Wir wollen neu durchstarten“, sagt StR Kirchmair im Gespräch mit der TT. Das fordert auch Steiner: „Schwaz hat eine g’scheite Opposition nötig.“ Man müsse wieder mehr Kante zeigen und klare Worte finden. Auf die Frage, ab wann Moser ihr Amt niederlegt, gab es beim Pressegespräch aber keine klare Antwort. „Ab Anfang Jänner, wir sind ja keine Sesselkleber“, sagte Steiner. Doch das verdutzte Moser: „Ich bin ja bis April noch hier.“ So lange wolle sie bleiben.

Interessant ist auch, dass die FPÖ den Verkehrsausschuss (Danler war der Obmann) an Kranzl abgibt und dafür einen Sitz im Bauausschuss erhält. „Opposition kannst du besser machen, wenn du nicht die Obmannschaft hast und wir können nicht in allen Ausschüssen vertreten sein“, sagt Kirchmair. Der Bauausschuss brenne ihnen schon lang unter den Nägeln. „Da kann man den Leuten direkt helfen und im Ausschuss erhält man viel mehr Details. Beim Verkehrsausschuss braucht man nur mit den Leuten auf der Straße zu reden, dann kennt man sich auch aus“, meint Kirchmair.




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