Letztes Update am Sa, 30.11.2019 10:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbruck

Gratis-Öffis für Touristen in Innsbruck sorgen weiter für Kritik

Die SPÖ fragt sich, ob für die Grünen „Gäste plötzlich wichtiger“ seien als „Menschen vor Ort“. Die ÖVP sieht Fehler in der Kommunikation. Die Gäste würden die Fahrten schließlich indirekt über die Kurtaxe finanzieren.

(Symbolfoto)

© Domanig(Symbolfoto)



Innsbruck – Dass Gäste in Innsbruck ab 1. Mai 2020 mit der „Welcome Card“ ab einer Aufenthaltsdauer von zwei Übernachtungen kostenlos mit den Öffis fahren, spaltet weiter die Gemüter. Die Regierungsparteien ÖVP und SPÖ kritisierten am Freitag Grünen-Bürgermeister Georg Willi – die Schwarzen wegen angeblich missverständlicher Kommunikation, die SPÖ wegen der „Gratis-Öffi-Tickets für Touristen“ an sich.

„Abgesehen davon, dass man normalerweise Koalitionspartner einbindet, sorgt die Optik des grünen Vorgehens für weitere Verwirrung“, sagte SPÖ-Klubobmann Helmut Buchacher und fragte: „Sind den Grünen, die sonst so tourismusskeptisch sind, die Gäste plötzlich wichtiger als die Menschen vor Ort?“

Gruber: Projekt wird über Kurtaxe der Gäste finanziert

ÖVP-Vizebürgermeister Franz Xaver Gruber bemängelte indes die Kommunikationsfähigkeit des Stadtoberhaupts: „Die Ankündigung von Bürgermeister Georg Willi, die Innsbrucker Öffis für Touristen gratis zur Verfügung zu stellen, wurde seinerseits missverständlich kommuniziert und trifft daher leider in großen Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis“.

Das Projekt als solches sei „natürlich sehr positiv“, so Gruber. Es werde ja vom Tourismusverband über die Kurtaxe der Gäste und über die Mitgliedsbetriebe finanziert. „Nichts geht also zulasten der Bevölkerung oder der Studenten, wie anfänglich dargestellt wurde“, betonte der Vizebürgermeister.

Grüne bestätigen: Gäste bezahlen Karte selbst

Der Konter der Grünen auf die „Welcome Card“-Kritiker ließ nicht lange auf sich warten. „Fakten checken statt falsche Meldungen verbreiten“, meinte der Grüne Tourismussprecher im Landtag, Georg Kaltschmid. Die Karte werde „selbstverständlich“ von den Gästen selbst bezahlt. „Und zwar durch die Erhöhung der allgemeinen Kurtaxe“, stieß Kaltschmid in diesem Punkt ins selbe Horn wie Gruber. Das Konzept gebe es in vielen Tourismusverbänden schon lange. (APA)