Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 04.12.2019


Bezirk Schwaz

Mayrhofen stimmt vorerst gegen Ortstaxenerhöhung

Für den Aufsichtsrat des TVB Mayrhofen-Hippach birgt das Mobilitäts­konzept zu viele offene Fragen. Franz Hörl fordert klares Bekenntnis.

ZVB-Aufsichtsratsvorsitzender Franz Hörl und die ZVB-Vorstände Helmut Schreiner und Wolfgang Stöhr (v. l.) setzten sich für die Umsetzung des Zillertaler Mobilitätskonzeptes ein.<span class="TT11_Fotohinweis">Foto: Dähling</span>

© DählingZVB-Aufsichtsratsvorsitzender Franz Hörl und die ZVB-Vorstände Helmut Schreiner und Wolfgang Stöhr (v. l.) setzten sich für die Umsetzung des Zillertaler Mobilitätskonzeptes ein.Foto: Dähling



Von Angela Dähling

Mayrhofen, Jenbach – Der Aufsichtsrat des Tourismusverbands Mayrhofen-Hipp­ach hat in seiner jüngsten Sitzung gegen die Erhöhung der Ortstax­e um 1,25 Euro für 15 Jahre ab Winter 2023 gestimmt. Wie berichtet, braucht es positive Vollversammlungsbeschlüss­e aller vier TVBs im Tal dazu, damit das 22,4 Mio. Euro teure Zillertaler Mobilitätskonzept ab Winterfahrplan 2023 finanziert werden kann. Dann soll die wasserstoffbetriebene Zillertalbahn von 5.30 bis 23 Uhr im Halbstundentakt fahren, doppelt so viele Plätze bieten und das Skigebiet Zillertal Arena anfahren, auch der Busverkehr soll verstärkt werden. Die Mayrhofner argumentieren ihr vorläufiges „Nein“ damit, dass es noch zu viele offene Fragen gebe, die bis zur Abstimmung in einer außerordentlichen Vollversammlung im Frühling 2020 gelöst werden müssen.

Weil der Bahnhof Mayrhofen als Verkehrsknotenpunkt für die Seitentäler gilt, wolle man unter anderem wissen, welche Linien- und Verstärkerleistungen die Mobilitätsabgabe konkret beinhalte. Auch ob zusätzliche Verstärkerleistungen über 1,25 € hinaus zu berücksichtigen seien und wer die bisherigen dann finanzier­e, wolle man wissen. „Wir sind klar für eine Stärkung des Angebots des öffentlichen Verkehrs. Jedoch möchten wir vermeiden, dass wir nach kurzer Zeit unsere Mitglieder nach einer weiteren Erhöhung fragen müssen, nur weil wir vorher nicht genug Zeit in ein nachhaltiges Mobilitäts- und Finanzierungskonzept investiert haben“, sagt Andreas Kröll, Aufsichtsratsvorsitzender des TVB Mayrhofen. Ein Arbeitskreis soll mit externen Experten und dem VVT nun die noch offenen Fragen klären. Franz Hörl, Aufsichtsratsvorsitzender der Zillertaler Verkehrsbetriebe, findet deutliche Worte Richtung Mayrhofen: „In Mayrhofen sollen rund 55 Mio. Euro in den Bahnhof und die Straßenlösung investiert werden. Die Mayrhofner sollen endlich klar sagen, ob sie das alles wollen oder nicht. Bei einem Nein stirbt das ganze Konzept samt Wasserstoffzug.“ Laut Hörl gibt es nämlich in Mayrhofen auch Diskussionen über die dort geplante Wasserstofferzeugungsanlage. Was die Fragen rund um die Verstärkerleistung anbelangt, meint Hörl: „Das ist ein laufender Prozess mit immer neuen Anpassungen.“ Seitens des VVT sei eine App in Planung, mit der man Plätze in Linienbussen künftig reservieren kann. Das erleichtere die Planbarkeit.

Wie berichtet, soll durch die Ortstaxenerhöhung das Gratis-Öffi-Ticket für Zillertalurlauber finanziert werden. Im Sommer sei auch geplant, eine begrenzte Anzahl an Freifahrten bis Innsbruck zu inkludieren. 8,5 Mio € jährlich kostet der Öffi-Verkehr im Tal bisher, künftig werden es 22,4 Mio. € sein. Von den 22,4 Mio. € sollen 8,2 Mio. € über Ortstaxe und durch Seilbahner (1,1 Mio. €) finanziert werden. Zwei Mio. € sind davon fürs Buskonzept vorgesehen: „800.000 € für mehr Busse nach Tux, 400.000 € für mehr Busse nach Gerlos“, sagt Hörl. Bleiben 800.000 € für weitere Busleistungen. Laut VVT-GF Alexander Jug seien finanzielle Anpassungen nicht auszuschließen, wenn die geplante Verstärkung des Busangebotes nicht ausreiche. „Aber leer­e Busse sind wohl schlimmer, als dass das Angebot so gut angenommen wird, dass man es ausbauen muss.“