Letztes Update am Sa, 19.11.2011 18:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Occupy Innsbruck: Pizza bei Minusgraden

Nicht nur an der Wall Street wird demonstriert: „Occupy Innsbruck“ hat sich „Occupy Wall Street“ zum Vorbild genommen und ein Zeltlager am Bozner Platz errichtet.

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Innsbruck – Während in New York die Demonstranten von „Occupy Wall Street“ nach der Räumung des Zeltlagers im Finanzviertel zu weiteren Protestaktionen aufgerufen haben, ist das Verhältnis zwischen „Occupy Innsbruck“, den Tiroler Unterstützern der Protestbewegung, und der Stadt Innsbruck recht entspannt. Seit vergangenen Freitag wird in einer Art „freundlichen Besetzung“ am Innsbrucker Boznerplatz gezeltet - jedem Novemberwetter zum Trotz. Der Protest, der sich dem New Yorker Vorbild folgend gegen das herrschende Finanzsystem richtet, lässt sich dabei auch von nächtlichen Minustemperaturen nicht in die Knie zwingen. „So verstehen die Leute zumindest, dass wir es mit unseren Anliegen ernst meinen“, sagt Georg Pleger, Sprecher von Occupy Innsbruck.

Die Stadt Innsbruck hatte das Zeltlager ursprünglich nur bis Montag genehmigt, die Bewilligung wurde jedoch verlängert. Nun sei man auf der Suche nach einem neuen Standort. Bei gestrigen „guten Gesprächen“ mit Vizebürgermeister Franz Gruber und der Polizei wurde vereinbart, dass bis kommenden Montag ein neuer Zeltplatz gefunden werde, berichtet Pleger.

In der Bevölkerung und bei Passanten stoße man indes auf Interesse - und teilweise auch auf konkrete Unterstützung: „Bei unserer abendlichen Vollversammlung gestern hat uns ein Mann Pizza vorbeigebracht“, freut sich Pleger. Um die Protestbewegung in New York bestmöglich zu unterstützen, wurde eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet. Insgesamt hätten sich „an die 200 Tiroler“ zu „Occupy Innsbruck“ ( http://de-de.facebook.com/Occupy.Innsbruck ) zusammengefunden. Zu den Hauptanliegen zählen eine Reform des Geldsystems, mehr Demokratie, mehr Bildung sowie ein bedingungsloses Grundeinkommen. Das vorrangige Ziel sei es, „Verwaltung, Politik und Wirtschaft in eine Diskussion zu verwickeln“, so Pleger. Bis dahin solle die „freundliche Besetzung“ weitergehen, weitere Aktionen sollen folgen. (sire)




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