Letztes Update am Mo, 03.09.2012 20:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Nein zu Kraftwerk im Kaunertal

Landesumweltanwalt Kostenzer gibt negative Stellungnahme zum Tiwag-Projekt ab.



Innsbruck – Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer hält das milliardenschwere Kraftwerksprojekt der Tiwag im Kaunertal für „nicht umweltverträglich“. Die eingereichten Unterlagen bedürften „einer gründlichen Überarbeitung“ seitens des Energieversorgers, erklärt Kostenzer gegenüber der TT.

Bis Montag können er und das Umweltbundesamt in Wien eine Stellungnahme zum Projekt abgeben. Jene aus Wien lag am Freitag noch nicht vor. So wie andere Umweltschutzorganisationen auch, hegt Kostenzer schwere Bedenken gegen das Projekt im Kaunertal. Es werde zu viel Wasser aus der Venter und der Gurgler Ache abgeleitet. „Die Ötztaler Ache kann man dann für die Weltmeisterschaft im Kajak-Fahren vergessen. Die Wassermenge reicht vielleicht noch für Anfänger“, meint Kostenzer.

Zum Ableiten des Wassers sei ein „zu groß dimensionierter Wassertunnel“ geplant. Außerdem seien im Projekt zu wenig Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. „Ich würde mir wünschen, dass sich die Tiwag auf andere Standorte konzentriert, die leichter umsetzbar und naturverträglicher wären.“ Damit meint Kostenzer unter anderem den Kraftwerksausbau im Kühtai.

Dem Projekt Kaunertal steht ein jahrelanges Verfahren bevor. Derzeit läuft die Vorstufe, wo die Projekt­unterlagen geprüft werden. Die Entscheidung liegt bei der Umweltabteilung im Land. Erst wenn die Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) vorliegt, kann das Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) starten. (aheu)




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