Letztes Update am Di, 22.01.2013 22:04

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Fritz Dinkhauser beendet Polit-Karriere – Zukunft seiner Liste ungewiss

Bürgerforumchef Fritz Dinkhauser beendete heute die Spekulationen um seine Zukunft. Er verkündete – mit den Tränen kämpfend – das Ende seiner politischen Karriere. Und machte deutlich, dass auch das Antreten des Bürgerforums bei den Landtagswahlen unklar sei. „Das steht noch nicht fest. Wir geben uns eine Nachdenkpause.“

© thomas boehmEin Tiroler Urgestein geht in die Politik-Pension. Fritz Dinkhauser verkündete am Dienstag das Ende seiner langen Karriere im Dienst für das Land Tirol und seine Bevölkerung.



Innsbruck – Die Weichen für seinen Rückzug aus der Tiroler Landespolitik hat Fritz Dinkhauser, Gründer und Chef der Liste Fritz, bereits am gestrigen Abend gestellt. In einer Vorstandssitzung des Bürgerforum Tirol sorgte Dinkhauser für klare Fronten.

Heute, um 10 Uhr, ging der ehemalige AK-Tirol-Chef, der 2008 mit seiner Bewegung 18,4 Prozent bei den Wahlen zum Tiroler Landtag erringen konnte, mit seinem Entschluss, einen Schlussstrich unter seine lange politische Karriere zu ziehen an die Öffentlichkeit.

Fritz Dinkhauser erklärte, dass ihm der Abschied nach 50 Jahren in der Politik schwerfalle. Vor seinem Engagement in der Politik war er jahrelang AK-Präsident. In der Pressekonferenz kämpfte er mit Tränen. Dinkhauser dankte seinen Mitstreitern und vor allem seiner Frau Heidi. „Ich hatte die Chance gehabt die AK zu führen und zu verändern und danach, dass Bürgerforum zu gründen“, sagte Dinkhauser. Er sprach von einem wichtigen Demokratieschub durch die Landtagsarbeit des Bürgerforums und der anderen Oppositionsparteien.

„Ich habe die gesundheitlichen Gründe übersehen“

Es sei schwer aufzugeben und es sei schwer zuzugeben, dass es einem nicht gut geht. „Ich habe anfangs die gesundheitlichen Gründe übersehen. Nun sehe ich mich nicht in der Lage, die Herausforderungen als Spitzenkandidat anzunehmen.“

Dinkhauser erklärte dann, dass er bei den Landtagswahlen nicht mehr antreten werde und machte sehr deutlich, warum: „Mir geht es gesundheitlich nicht so gut“, sagte der 72-Jährige.

Der Fortbestand des Bürgerforums ist mehr als ungewiss. Die bisherigen Abgeordneten Andreas Brugger und Gottfried Kapferer erklärten bereits, dass sie bei der kommenden Landtagswahl ebenfalls nicht mehr antreten werden.

Reaktionen aus Tirol

Äußerst knapp kommentierte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) Dinkhausers Abgang: „Ich nehme diese Entscheidung von Fritz Dinkhauser zur Kenntnis und wünsche ihm für seine Gesundheit in der Zukunft alles Gute. Ob seine Liste antreten wird oder nicht, ist eine interne Entscheidung“, sagte Platter laut einer Aussendung seiner Partei.

Der designierte SP-Chef, LHStv. Gerhard Reheis (SPÖ) zeigte Verständnis für die Entscheidung des Listengründers, zumal der Entscheidung mit dem Tod von Bernhard Ernst eine menschliche Tragödie vorangegangen sei. Dinkhauser sei nicht nur der „strategische Kopf, sondern auch ein Freund“ abhanden gekommen, sagte Reheis: „Das ist sicher mit ein Grund, warum sich Dinkhauser einer weiteren Wahlauseinandersetzung nicht mehr gewachsen fühlt.“

Die Tiroler Grünen hingegen bedankten sich bei Dinkhauser für die „gute Zusammenarbeit“ im Landtag und machten sogleich seinen Wählern schöne Augen: Die Grünen seien bei der kommenden Wahl für alle Dinkhauser-Wähler „die Alternative“, hieß es in einer Aussendung.

Als potenzielles Auffangbecken für Dinkhauser-Wähler sahen sich auch die Tiroler Freiheitlichen: „Lade alle Wähler der Liste Fritz ein, in Hinkunft den Weg für ein gerechtes Tirol mit uns zu gehen“, meinte FPÖ-Chef, LAbg. Gerald Hauser in einer Aussendung.

Für die vor wenigen Tagen aus der Taufe gehobene Liste Vorwärts Tirol meldete sich Spitzenkandidat Hans Lindenberger zu Wort. Er zollte dem scheidenden Politiker Respekt und Anerkennung: „Mit Fritz Dinkhauser verlässt ein Vorkämpfer für ein gerechteres Tirol die politische Bühne. Für seinen unermüdlichen und mutigen Einsatz in den vielen Jahren als AK Präsident und im Tiroler Landtag gebühren ihm größte Anerkennung und Respekt.“ Fritz Dinkhauser habe sich stets für eine Veränderung Tirols in Richtung mehr Bürgerbeteiligung und Demokratie eingesetzt. Beides Ziele, die „unsere Bewegung Vorwärts Tirol vollinhaltlich unterstützt“. (pn, tt.com, APA)

Mehr dazu sowie einen Leitartikel lesen Sie von TT-Chefreporter Peter Nindler in der Mittwochausgabe der Tiroler Tageszeitung.




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