Letztes Update am Mi, 14.08.2013 14:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Opposition will Sonderlandtag zu Direktzug

Ab Dezember wird der Direktzug von Lienz nach Innsbruck einge-stellt. Anfang September dürfte es dazu einen Sonderlandtag geben.

Der traditionelle Direktzug von Lienz durch das Pustertal nach Innsbruck wird im Dezember eingestellt. Die Opposition läuft dagegen Sturm.<span class="TS_Fotohinweis">Foto: Oblasser</span>

© OblasserDer traditionelle Direktzug von Lienz durch das Pustertal nach Innsbruck wird im Dezember eingestellt. Die Opposition läuft dagegen Sturm.Foto: Oblasser



Von Peter Nindler

Innsbruck – Früher als geplant könnte der Tiroler Landtag im Herbst zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen. Denn wie am Samstag durchgesickert ist, planen die Oppositionsparteien SPÖ, Vorwärts Tirol, FPÖ und Liste Fritz einen Sonderlandtag. Dabei soll es um Osttirol im Allgemeinen sowie um die geplante Einstellung der direkten Zugverbindung zwischen Lienz und Innsbruck über das Pustertal ab Dezember im Speziellen gehen.

Im Mai beschloss der Verkehrsverbund, die Direktverbindung (ehemals Korridorzug) aus dem Bahn-Fahrplan herauszunehmen. Seither gibt es heftige Debatten. Vor allem die Grünen, die seit ihrem Eintritt in die Landesregierung das Mobilitätsressort führen, gerieten unter Druck. Sie machen sich zwar für die Wiedereinführung der Direktverbindung Ende 2014 stark, verteidigen jedoch die Zwischenlösung mit Bussen.

Zu Beginn des Nationalratswahlkampfes will die Opposition dieses Thema breit diskutieren, offenbar um den Druck auf die schwarz-grüne Landesregierung zu erhöhen. Zuletzt sorgte der Schienenersatzverkehr ebenfalls für Unmut, der Korridorzug musste wegen urlaubsbedingten Personalmangels bei den italienischen Staatsbahnen durch Busse ersetzt werden.

Die Oppositionsparteien haben sich dem Vernehmen nach bereits auf den Sonderlandtag geeinigt. Der Antrag soll nächste Woche eingebracht werden, der Sonderlandtag könnte dann Anfang September stattfinden.

Nicht nur die Direktverbindung dürfte thematisiert werden, sondern auch die Situation von Osttirol generell. Nach der Sperre der Felbertauernstraße durch einen Felssturz hat die Landesregierung ein millionenschweres Hilfspaket zur Sanierung der Bestandsstraße, für die Wirtschafts­treibenden und den Tourismus in Osttirol geschnürt.

Aber wie sehen die Alternativen zur Direktverbindung aus? In einer Anfragebeantwortung an den freiheitlichen Landtagsklub teilte LHStv. Ingrid Felipe Ende Juli mit, dass die Osttiroler weiterhin sechsmal täglich per Zug/Bus mit Umsteigen in Kitzbühel und gleichzeitig viermal am Tag mit dem Schnellbus direkt von Lienz nach Innsbruck fahren können. Spätestens ab Dezember 2014 soll es dann auf der Schiene sechsmal täglich eine Bahnverbindung mit barrierefreiem und raschem Umstieg in Franzensfeste von Lienz nach Innsbruck geben. Gleichzeitig kündigte Felipe Gespräche über eine optimale Zugverbindung durchs Pustertal an. „Ob das dann ein Direktzug sein wird, oder ein Zwei-Stunden-Takt mit Umsteigen in Franzensfeste, werden die Verhandlungen mit Südtirol ergeben.“

Der Korridorzug kostete dem Land bisher jährlich 2,7 Mio. Euro, für die Busverbindung müssen 1,2 Mio. Euro aufgewendet werden.




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