Letztes Update am Di, 14.01.2014 07:01

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Exklusiv

Tirols Bauern zahlen erneut 1,8 Millionen

Die Almbauern können ein Aus- apern für die Almlösung nicht mehr erwarten. Nach erneuten Rückforde-rungen bietet das Land Zinshilfen an.



Innsbruck – Bis zum Ausapern hat der neue Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter eine Lösung in der Almflächendiskussion angekündigt. Wegen falsch geschätzter Almfutterflächen mussten Tirols Almbauern bereits Millionen Euro an Strafen und Förderrückzahlungen (Einheitliche Betriebsprämie 2009) leisten. Anfang Jänner erhielten erneut 3200 Landwirte die Bescheide von der Agrarmarkt Austria, die für die Förderabwicklung zuständig ist. Mit den Rückforderungen bzw. den Sanktionen erhöht sich die bisherige Belastung um 1,8 Mio. auf 8,8 Millionen Euro. Ende Jänner und dann im Februar erfolgen die nächsten Rückzahlungsbescheide der AMA im Zusammenhang mit der Nachberechnung für die Jahre 2011 und 2012.

Den ÖVP-Bauernbundfunktionären machte Rupprechter in der Vorwoche bei der Bauernbundklausur jedoch Hoffnung. Derzeit tagt die Alm-Task-Force. „Wichtig ist, dass die Bauern ihre Sorgfaltspflichten erfüllt haben. Dort, wo die Abweichungen bei den Flächenangaben unter zehn Prozent liegen, können die Sanktionen rasch beseitigt werden. In den anderen Fällen erhalten die Bezirkslandwirtschaftskammern Handlungsanleitungen für Berufungen“, so Rupprechter.

Die Bezirkslandwirtschaftskammern bereiten erneut die Einsprüche vor. Zuständig für die Behandlung der Beschwerden ist seit 1. Jänner das Bundesverwaltungsgericht. Bisher gab es noch keine Entscheidung dazu.

Die Tiroler Landesregierung wird sich heute ebenfalls mit dem Almthema befassen und den Betroffenen finanzielle Überbrückungshilfen anbieten. Bei Bauern, die Tausende Euro an Sanktionen berappen und Förderungen zurückzahlen mussten, kam es zu Liquiditätsengpässen und sie haben zwischenzeitlich Betriebsmittelkredite über zwei Jahre aufgenommen. „Das Land wird für Zinsstützungen rund 80.000 Euro zur Verfügung stellen“, sagt Agrarreferent und Bauernbundobmann LHStv. Josef Geisler. (pn)