Letztes Update am Sa, 08.03.2014 07:16

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Kammer macht Bauern Hoffnung auf Straffreiheit

Im Streitfall Almflächenberechnung will die Landwirtschaftskammer betroffene Bauern gegenüber der Behörde in Schutz nehmen.



Von Catharina Oblasser

Lienz – Wie viel Futterfläche hat eine bestimmte Alm wirklich, und wie viel Förderung steht dem Bauern deshalb zu? Bei dieser Frage spießt es sich. Bisher hatten die Landwirte oder Alpgenossenschaften jedes Jahr die Flächen der Agrarmarkt Austria (AMA) gemeldet, alles war bestens. Doch als 2010 das Bewertungssystem umgestellt wurde, begannen die Probleme. Kontrollore der AMA sahen viele Angaben zu den Futterflächen als übertrieben an, die Folgen sind drakonisch.

Wie bedrohlich das für viele Bauern ist, davon konnte sich Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger selbst ein Bild machen. Bei seinem Sprechtag in Lienz suchten viele verzweifelte Betriebsführer Rat und Hilfe bei ihm. „Je nachdem, wie groß der Unterschied zwischen den Angaben des Bauern und der Meinung der AMA ist, muss der Betrieb einen Teil der Förderung zurückgeben oder sogar Strafe zahlen“, erklärt Hechenberger. „Und das auch noch rückwirkend bis zum Jahr 2009.“ Besonders bitter: Viele Landwirte hatten sich beim Ausfüllen der Förderanträge von der Kammer helfen lassen, um sich abzusichern – vergeblich.

Deshalb wird die Kammer nun Stellungnahmen zu jedem einzelnen Fall abgeben, sagt Hechenberger. In Osttirol sind das etwa 40 bis 50 Prozent der Betriebe und an die 500 Fälle. „Das schicken wir alles an die AMA und hoffen auf Berücksichtigung“, sagt der Präsident. Schließlich hätten Bauern und Kammer stets nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Der Osttiroler Bauernbundobmann Martin Mayerl weist auch darauf hin, dass die Luftbilder, die als Basis der Angaben benutzt wurden, in Osttirol von schlechter Qualität gewesen seien. „Unser Ziel ist, dass die Bauern zwar die zu viel kassierte Förderung zurückzahlen, aber die Strafen sollen erlassen werden“, sagen Hechenberger und Mayerl.