Letztes Update am Di, 20.05.2014 14:08

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brennerbasistunnel

Wirbel um angebliche BBT-Geheimstudie: Ergebnisse bereits 2007 veröffentlicht

Eine seit Mai 2007 vorliegende Studie der Medizinischen Universität Innsbruck zu den Auswirkungen des Brenner Basistunnels sorgt jetzt sieben Jahre später für Diskussionen. Offenbar stieß sie damals auf wenig Interesse, erst als sie jetzt der italienische Oppositionspolitiker Beppe Grillo in die Hände bekam, ist die Aufregung groß.

© Thomas BöhmSymbolfoto.



Ausführlich berichtete die Tiroler Tageszeitung bereits am 11. Mai 2007 über die von Studienleiter Peter Lercher verfasste Studie. Von 2004 bis 2006 wurden 4000 Personen im Tiroler Wipptal befragt und die Gesundheitsdaten von 30.000 Tirolern beurteilt.

Auszüge aus dem damaligen TT-Bericht:

„Brennerbasistunnel löst nicht alle Tiroler Probleme“

Die Gesundheitsstudie der Medizinischen Universität zum Brennerbasistunnel liegt druckfrisch vor. Auftraggeber war die Tunnelgesellschaft. Sie wollte wissen, wie sich die aktuelle Verkehrssituation und später der Tunnelbau auf die Lebensqualität der Wipptaler auswirken. „Hier steht eindeutig die Lärm- und nicht die Luftsituation im Vordergrund, die von Schiene, Autobahn und Bundesstraße produziert wird“, erklärt Studienleiter Peter Lercher. So überraschte es ihn nicht, dass der Rückgang der Schadstoffe durch den Tunnel letztlich nur zwischen zwei und sieben Prozent liege. Der Brennerbasistunnel würde die Hälfte des Lärms im Wipptal schlucken, für die Verbesserung der Lärmsituation benötigt es aber zusätzliche Maßnahmen.

Insgesamt würde die Lärmbelastung der Bevölkerung nach Verwirklichung des Tunnels um 80 Prozent gesenkt werden, wenn man den EU-Richtwert von 65 Dezibel heranzieht. Der niedrigere Nachtgrenzwert würde für 40 Prozent der Wipptaler erreicht. Damit könnten jährlich mindestens 500.000 Euro an Gesundheitskosten eingespart werden. Trotzdem sinkt die Zahl der stark unter Lärm Leidenden nur von 2500 auf 2000 Personen nach dem Tunnelbau. Das sind jene, die direkt an der Straße leben und weiterhin vom Lärm betroffen sind. „Wir haben jedoch noch nicht die Verlagerung auf die Schiene eingerechnet“, weist Lercher hin. Dazu sind politische Maßnahmen notwendig. „Die Sanierung des Wipptals muss sofort beginnen, der BBT ist eine wesentliche Grundlage. Andere Verkehrsmaßnahmen sollten sofort starten.“




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