Letztes Update am Sa, 24.05.2014 07:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Kraftwerk in Jerzens steht kurz vor dem Spatenstich

Die Gesamtkosten fallen mit derzeit 11,1 Millionen Euro deutlich niedriger aus. Ab Juni wird eineinhalb Jahre am Projekt gebaut.



Von Alexander Paschinger

Jerzens, Imst – „Der Baubeschluss ist gefallen – jetzt gibt es kein Zurück mehr“, freut sich der Jerzener Bürgermeister Karl Raich. Gemeint ist das Wasserkraftwerk Jerzens – ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Jerzens (24 Prozent), der Stadtwerke Imst (ebenfalls 24 Prozent) und zweier privater Teilhaber mit 52 Prozent, die auch ursprünglich die Idee entwickelt haben. Laut dem Direktor der Stadtwerke, Thomas Huber, wurden die Aufträge für die Gewerke Baumeister, Druckrohre, Druckrohrverlegung, Maschine (Turbine, Generator), Elektrotechnik, Stahlwasserbau und Schlauchwehr vergeben. „Wir werden mit Ende Mai mit den Vorbereitungsarbeiten starten, sodass mit den tatsächlichen Baustellenarbeiten Anfang bis Mitte Juni begonnen werden kann“, so Huber.

Der Jerzener Dorfchef Karl Raich zeigte sich besonders von der Kostenentwicklung beeindruckt. Denn im Herbst war man noch von einer Investitionssumme von insgesamt 15 Millionen Euro ausgegangen. „Die Gesamtkosten liegen derzeit bei 11,1 Millionen Euro“, so der Bürgermeister. Besonders erfreulich: „Wir können nach derzeitiger Rechnung unseren Gesellschafteranteil aus den 450.000 Euro bestreiten, die der Gemeinde als Entschädigung für messbare und unmessbare Umweltschäden zustehen.“ Dennoch hatte man zur Sicherheit im Gemeinderat noch die Zustimmung für einen Kredit in der Höhe von 260.000 Euro beschlossen – „falls wir das Geld doch noch brauchen sollten“.

Zufrieden ist auch der Imster Stadtchef Stefan Weirather: „Wir sind als Stadtgemeinde bestrebt, bei Kraftwerksprojekten mitzumachen.“ Zuletzt hatte man das Malchwerkkraftwerk gebaut, nun ist man am Stanzertalkraftwerk und eben in Jerzens beteiligt: „Wir liegen bei den Stadtwerken bei einer Eigenproduktion von 48 Gigawattstunden – und die können wir jetzt wieder steigern.“ Für Weirather ist das nicht das letzte Kraftwerk, an dem sich die Stadtwerke beteiligen sollen. „Im Oberland ist laut Kriterienkatalog noch einiges möglich.“

Das Jerzener Kraftwerk, an dem rund eineinhalb Jahre gebaut werden wird, soll 17 Gigawattstunden liefern – „das ist gleich groß wie unser Salvesen-Kraftwerk“, ergänzt Stadtwerke-Direktor Huber. Grob gerechnet, können mit dieser Strommenge 4500 Haushalte versorgt werden.




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