Letztes Update am Di, 15.07.2014 06:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Landespolitik

Nicht ganze Isel, aber 150 Hektar als Schutzgebiet



Innsbruck, Lienz – Die notwendige Nachnominierung von Natura-2000-Schutzgebieten an den Osttiroler Gletscherflüssen Isel, Tauern- und Kalserbach sowie Schwarzach würde wohl einen Stopp der dort geplanten Kraftwerksvorhaben bedeuten. Die Auflagen wären wohl zu groß und zu teuer. Deshalb hat der betroffene Planungsverband beim Klagenfurter Umweltbüro ein Gutachten über die bisherigen Lebensräume der streng geschützten Planzenart „Deutsche Tamariske“ in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse präsentierten die Bürgermeister gestern bei einem Natura-2000-Gipfel in Innsbruck Energiereferent LHStv. Josef Geisler (VP) und Umweltreferentin LHStv. Ingrid Felipe (Grüne).

Auch wenn es vordergründig um die Natura-2000-Abgrenzung geht, in Prinzip steht die Kraftwerksfrage im Mittelpunkt der Verhandlungen und Gespräche. Laut Gutachten soll es an den besagten Osttiroler Gletscherflüssen derzeit 32 Hektar Lebensraum für die Tamariske geben: 15 Hektar am Kalserbach, 14 Hektar an der Isel, rund 140 Quadratmeter am Tauernbach und zwei Hektar an der Schwarzach. Das Vorkommen an der Oberen Isel würde sich demnach in Grenzen halten. Insgesamt, so der Vorschlag der Bürgermeister, könnten zusätzlich 150 Hektar Natura-2000-Schutzgebiet an der Isel ausgewiesen werden, die Kraftwerkspläne im Defereggental (Hopfgarten), am Tauernbach (Matrei) und an der Oberen Isel (Virgen, Prägraten) wären nicht davon betroffen. Der Kalserbach dürfte jedoch der Knackpunkt sein.

Die Vorstellungen der Osttiroler über die zusätzlichen Ausweisungen unterscheiden sich jedoch, die aktuellen Lebensräume sind jedoch unbestritten. Während die Bürgermeister für abgegrenzte Bereiche plädieren, scheint die Umweltabteilung eher größere Abschnitte ins Auge zu fassen. Jedenfalls soll ein gemeinsamer Vorschlag an die EU-Kommission ausgearbeitet werden. (pn)