Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 31.10.2014


Imst

Bau- oder Naturflächen? Das Forchet polarisiert

Die geplante Siedlungserweiterung in das Haiminger Forchet macht Naturschützer mobil. Am Mittwoch wird beim TT-Forum diskutiert.

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Von Hubert Daum

Haiming – Das Forchet, ein rund sieben Quadratkilometer großer Föhrenwald von Roppen bis Haiming, sei der letzte Talwald in dieser Größe und gehöre geschützt, argumentieren Naturschützer. Die haben sich mittlerweile in der Bürgerbewegung „Schützt das Forchet“ zusammengeschlossen. Andererseits steht die Gemeinde Haiming unter dem Druck von nicht weniger als 185 Bauwerbern, für die ein neuer Siedlungsraum erschlossen werden soll.

Aus der Sicht der Kommunalpolitiker gebe es nur eine Möglichkeit, ihren Bürgern neue Bauplätze anbieten zu können, nämlich die Siedlungserweiterung in den Forchetwald hinein. Im Zehnjahresplan, der Fortschreibung des Raumordnungskonzeptes, möchte man dem Forchet sukzessive sechs Hektar Bau- und Gewerbegebiet abgewinnen, zwei davon hat der Gemeinderat in einem vorgezogenen Ansuchen gewidmet. Diese Widmung liegt zurzeit zwecks aufsichtsbehördlicher Genehmigung beim Land Tirol. „Wir haben 185 Bauansuchen evident, von denen im Falle erfahrungsgemäß rund die Hälfte übrig bleiben“, argumentiert BM Josef Leitner, „auf dem freien Markt ist ein Grundkauf mit 200 Euro pro Quadratmeter nicht mehr finanzierbar“. Die Initiatorin der Bürgerbewegung, Marianne Götsch, fordert die genauere Prüfung von Alternativen und die Unterschutzstellung des gesamten Forchets. Im Zuge der Genehmigung der „Area 47“ wurde ein Großteil des Sautener Forchets als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Allerdings möchte auch Roppen sich diesen Grenzen baulich nähern.

Beide Interessengruppen haben nun am Mittwoch, den 5. November, ab 19.30 Uhr beim TT-Forum im Oberlandsaal die Möglichkeit, ihre Argumente darzulegen. Diskussionspartner auf dem Podium sind LHStv. Ingrid Felipe, BM Leitner, Roppens BM Mayr und Marianne Götsch von „Schützt das Forchet“.