Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.11.2014


Landespolitik

Volksbefragung zu Kalkkögeln auf Eis gelegt

Ob und wie die Bevölkerung in das Projekt Brückenschlag eingebunden werden soll, sei Sache der Gemeinden, sagt LH Platter.

© MüllerDie Kalkkögel spiegeln sich im Salfeinssee, sie sind aber auch Spiegelbild der Koalition. Die ÖVP hat sich für die Erschließung der Kalkkögel ausgesprochen, die Grünen sind nach wie vor dagegen.



Innsbruck – Während der grüne Klubobmann Gebi Mair durch die Stellungnahme des Verkehrsministeriums weitere Hürden auf die Seilbahn über die Kalkkögel zukommen sieht, sehen die Projektwerber im selben Schreiben die angesprochenen Steine schon beseitigt. Um die Konzession zu bekommen, müsse die Eigenkapitalquote bei 50 Prozent liegen, meint das Ministerium. Das sei gegeben, meinen die „Brückenschlagler“.

Was die Bevölkerung zum Projekt, also zum Zusammenschluss der Skigebiete Axamer Lizum und Schlick 2000 über das Ruhegebiet Kalkkögel meint, wird derzeit nicht abgefragt. Ob es jemals eine Volksbefragung geben werde und in welcher Form, obliege den Gemeinden, erklärt LH Günther Platter (ÖVP) in einer Anfragebeantwortung der Liste Fritz. Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider wollte wissen, wann denn die Volksbefragung, die Platter vor der Landtagswahl im April 2013 angekündigt hatte, stattfinden soll. Platter verweist auf den Landtag. Dieser habe das weitere Prozedere festgelegt. Bis März soll das rund 65 Millionen Euro schwere Projekt auf Herz und Nieren geprüft werden. Neben dem Verkehrsministerium wird unter anderem das Bundeskanzleramt befragt. Der Alpenverein glaubt, dass eine Bahn über ein Ruhegebiet und dessen Auflösung der Alpenkonvention widersprechen würde.

Indes apern die Investitionspläne der kleineren Skigebiete rund um Innsbruck aus. Am Glungezer sollen 7,5 Millionen in eine neue Bahn investiert werden. Die Landespolitik hatte im Zusammenhang mit dem „Brückenschlag“ immer von einem Gesamtkonzept für den Großraum Innsbruck gesprochen. (aheu)