Letztes Update am Di, 11.11.2014 18:26

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Landesregierung verabschiedet Novelle zum Naturschutzgesetz

Das Naturschutz-Paket sieht unter anderem Erleichterungen bei der Nutzung der Wasserkraft, die Aufwertung wertvoller Gewässerabschnitte als Tabuzonen, einen verbesserten Baumschutz und die Weisungsfreiheit des Landesumweltanwaltes vor.

LH Günther Platter (VP) und LHStvin. Ingrid Felipe (Grüne).

© TT/Julia HammerleLH Günther Platter (VP) und LHStvin. Ingrid Felipe (Grüne).



Innsbruck - Die Tiroler Landesregierung hat am Dienstag die Naturschutzgesetz-Novelle beschlossen. Diese sieht unter anderem Bauerleichterungen für Wasserkraftprojekte für die Energiewende, einen weisungsfreien Landesumweltanwalt sowie einen verbesserten Schutz für Bäume entlang von Autobahn- und Bahnstrecken, Auwälder und Feuchtgebiete vor.

„Wir gehen den Tiroler Weg für Energiesicherheit und Klimaschutz. Durch den ökologisch vertretbaren Ausbau der Wasserkraft tragen wir aktiv zur europäischen Energiewende und zum Klimaschutz bei. Mit dem Spatenstich für das Gemeinschaftskraftwerk Inn folgt noch diese Woche ein erster wichtiger Schritt dazu“, meinte LH Günther Platter. Ziel der Novelle sei es, die Weichen für die Tiroler Energieautonomie 2050 zu stellen und gleichzeitig den Schutz der Tiroler Naturjuwele zu verbessern. „Das ist kein Gegensatz. Naturschutz und Energiewende gehen Hand in Hand. Neben klar definierten Bereichen für die energiewirtschaftliche Nutzung wird es auch Tabustrecken an Gewässern geben, wo keine weiteren Kraftwerke entstehen“, so Platter.

Während der Bauphase von Projekten der Energiewende werden in Zukunft zeitlich begrenzt der nötige Baulärm und Hubschrauberflüge in Ruhegebieten möglich sein. Über 40 Stellungnahmen zum Naturschutzgesetz habe die Landesregierung in den letzten Wochen gesichtet und teilweise auch berücksichtigt, heißt es.

„Aber für die Tiroler Landesregierung ist klar, dass die Natur stärkeren Schutz verdient und deshalb haben wir uns in der Novelle für diese Richtung entschieden“, sagte LHStvin Ingrid Felipe. Davon zeuge unter anderem, dass der Landesumweltanwalt weisungsfrei gestellt werde. Deutliche Verbesserungen für den Naturschutz gebe es beim Baumschutz. Kilometerlange Schlägerungen entlang von Zug- und Straßenstrecken werden in Zukunft einer naturschutzrechtlichen Bewilligung bedürfen – für die Landeshauptmann-Stellvertreterin ein „großer Schritt für den Baumschutz auch außerhalb des Waldes.“ Auch für Auwälder werde es künftig einen verbesserten Schutz geben. (TT.com)

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