Letztes Update am Do, 27.11.2014 09:15

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Südtirol

Verfechterin der Selbstbestimmung in Südtirol: Eva Klotz tritt zurück

Die Grande Dame der Partei Süd-Tiroler Freiheit und Landtagsabgeordnete Eva Klotz hat am Montag auf einer Pressekonferenz in Bozen ihren Rücktritt bekannt gegeben.



Bozen - Sie ist eine der vehementesten Verfechterinnen des Selbstbestimmungsrechts für Südtirol und machte mit Plakataffären und zahlreichen Gerichtsverfahren auf sich aufmerksam. Nach 31 Jahren im Südtiroler Landtag für drei unterschiedliche Bewegungen, zuletzt für die Süd-Tiroler Freiheit, gab Eva Klotz am Montag in Bozen ihren Rücktritt bekannt.

1983 wurde die Südtirolerin erstmals in den Landtag gewählt. Sie vertrat dort den Wahlverband des Heimatbundes. 1989 wechselte Klotz in die neu gegründete Union für Südtirol (jetzt BürgerUnion), die für die Selbstbestimmung eintrat. Nach Unstimmigkeiten innerhalb der Union gründete Klotz gemeinsam mit anderen Mitgliedern die Bewegung Süd-Tiroler Freiheit.

Wegen Plakatkampagnen vor Gericht

Die Bewegung stellt die Abspaltung des Landes von Italien in den Mittelpunkt ihres Programms. Derzeit ist die Süd-Tiroler Freiheit mit drei Mandaten im 35-köpfigen Landesparlament vertreten. Zuletzt machte die Bewegung durch die sogenannten Besenplakate auf sich aufmerksam. Drei Mitglieder der Süd-Tiroler Freiheit, darunter Klotz, waren wegen Schmähung der italienischen Fahne erstinstanzlich zu einer Geldstrafe von jeweils 3.000 Euro verurteilt worden. Die Landtagsfraktion meldete Berufung an. Auf den Plakaten war ein Besen, der die italienische Fahne vor sich her schiebt und eine weiß-rote Tiroler Spur nach sich zieht, abgebildet.

Bereits 1996 musste Klotz wegen eines Plakats, damals als Mitglied des fünfköpfigen Vorstands der Union für Südtirol, wegen der Schmähung der italienischen Nation vor Gericht. Die Bewegung hatte im Wahlkampf ein Plakat verwendet, auf dem ein hölzernes Plumsklo und der Slogan „Wir pfeifen auf diesen Staat“ abgebildet war. Das Verfahren wurde schließlich eingestellt.

Vater war radikaler Südtirol-Aktivist

Klotz wurde am 4. Juni 1951 in Walten in der Gemeinde St. Leonhard im Passeier geboren. Ihr Vater war der radikale Südtirol-Aktivist Georg Klotz. Nach der Matura studierte die Südtirolerin Geschichte, Volkskunde und Philosophie an der Universität Innsbruck, das sie 1974 mit der Promotion abschloss. Bis zu ihrer Wahl in den Landtag war Klotz Lehrerin an Oberschulen in Brixen und Bozen.

Nach dem Tod ihres Vaters im Jänner 1976 wurde sie im Südtiroler Heimatbund tätig, der 1974 als Interessensvertretung der ehemaligen politischen Häftlinge gegründet worden war. 1977 wurde sie in den Ausschuss kooptiert, womit ihr Einsatz für die Ausübung des Selbstbestimmungsrechts begann. (APA)




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