Letztes Update am Mi, 26.11.2014 06:41

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Tirol pumpt 300 Millionen Euro in Wohnbau

Die Förderrichtlinien werden 2015 angehoben, das Volumen wird um 20 Mio. aufgestockt. Seit 2013 wur-den 26.000 Wohnungen saniert.

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Innsbruck – Das Land Tirol wird in den kommenden zwei Jahren den Bau von 4400 geförderten Wohnungen unterstützen. „Auf Basis einer gesunden Wohnbauförderung werden wir die Mittel von 281 Mio. Euro um 20 Mio. Euro aufstocken“, betont LH Günther Platter (VP). Knapper Grund und Boden sowie steigende Immobilienpreise ließen die Wohnkosten in den vergangenen Jahren in die Höhe schnellen. „Mit der Wohnbauförderung können wir das Wohnen leistbarer machen“, erhofft sich der Landeshauptmann mit den zusätzlichen 20 Mio. Euro eine Entlastung. Bei den klassischen Mietkosten am freien Markt ist das Land machtlos, die Wohnbauförderung hingegen das öffentliche Steuerungselement.

3,2 Mrd. Euro an Wohnbaudarlehen hat das Land vergeben, die jährlichen Rückflüsse daraus betragen rund 180 Mio. Euro. Im Vorjahr gab es erhöhte Rückzahlungen, weshalb Rücklagen gebildet wurden, die jetzt in die Offensive fließen. „Rund 15 Mio. Euro in die Wohnbauförderungen, vier Millionen werden zusätzlich für die Mietzinsbeihilfe aufgewendet“, wie Wohnbaulandesrat Johannes Tratter erklärt. Die Einkommensgrenzen für die Neubauförderung werden angehoben, die verdichtete Bauweise besser gefördert und auch die Wohnstarthilfe angehoben. „Der Zugang zur Wohnbauförderung ist ab 2015 leichter“, ergänzt Tratter.

Die einkommensunabhängige Sanierungsoffensive hat sich als Erfolgsfaktor in mehrerer Hinsicht erwiesen. Zum einen wurden seit 2013 rund 26.000 Wohnungen thermisch saniert und damit gleichzeitig ein Investitionsvolumen für die Bauwirtschaft von 270 Mio. Euro ausgelöst. Diese Förderschiene wird 2015 verlängert. Die grüne Landeshauptmannstellvertreterin Ingrid Felipe sieht in der Kombination von Senkung der Lebenshaltungskosten und Förderung der Mobilität nicht nur eine wichtige Entlastung der Tiroler Familien, sondern einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz.

Eigentlich wollte das Land weitere rund 25 Millionen aus einer vom Bund aufgelegten Zusatzförderung von 276 Millionen Euro für den sozialen Wohnbau anzapfen. Dieser Betrag wurde jetzt auf 180 Mio. verringert, mit Ausnahme von Wien beantragte kein Land die Förderung. „Das ist eine Lex Wien, weil die Länder keine Chance haben, das Geld abzuholen. Wir müssten weitere 1000 geförderte Wohnungen errichten. Das wäre jedoch zu viel“, sagt LH Günther Platter. Die Landeshauptleute hätten sich deshalb darauf verständigt, dass die Vergabekriterien geändert werden müssen.

Die Liste Fritz wunderte sich über die 20 Millionen mehr, weil sie im Budget nicht aufscheinen. Schließlich werden sie aus Rücklagen investiert. (pn)