Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 05.02.2015


Tirol

Polizei rüstet für G7-Gipfel auf

Die Vorbereitungen für den G7-Gipfel nahe Garmisch im Juni laufen auf Hochtouren. Die Sicherheitsvorkehrungen sind enorm. Auch die Behörden im Außerfern wappnen sich.

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© Schloss Elmau



Von Simone Tschol

Außerfern, Garmisch – Die Zeit läuft. In wenigen Monaten wird die Beschaulichkeit im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein jähes Ende finden. Schloss Elmau – idyllisch zwischen Garmisch und Mittenwald gelegen – wird am 7. und 8. Juni Schauplatz des G7-Gipfels 2015 und damit zum Mittelpunkt der Weltpolitik. Und spätestens wenn die ersten Staats- und Regierungschefs der sieben größten Indus­trienationen (Russland wurde aufgrund der Ukraine-Krise heuer nicht eingeladen) samt ihrem Tross im Werdenfelser Land ankommen, wird der gesamte südliche Landkreis Garmisch-Partenkirchen zum Hochsicherheitstrakt.

Um die Region (auch für die 4000 angemeldeten Journalisten aus aller Welt) im besten Licht erstrahlen zu lassen, wurde in Sachen Infrastruktur der Turbo gezündet, Ortskerne, Wege, Straßen, Mobil- und Digitalfunktnetze in Rekordtempo modernisiert.

Neben den logistischen Herausforderungen sind vor allem auch die sicherheitstechnischen Anforderungen enorm hoch. 15.000 Polizisten sollen allein auf deutscher Seite im Einsatz sein. Durch die Grenznähe ist aber auch die Exekutive im Außerfern über die Maßen gefordert. „Das genaue Sicherheitskonzept des Innenministeriums haben wir noch nicht erhalten. Die Schwerpunkte liegen sicher in München, Garmisch und Innsbruck. Aber durch die Nähe zu Garmisch haben natürlich auch wir unseren Teil beizutragen“, ist Bezirkspolizeikommandant Egon Lorenz zwar vorbereitet, fügt aber hinzu: „Das könnten wir mit unseren Polizisten allein natürlich nie bewältigen, deshalb haben wir zusätzliches Personal beantragt und eine generelle Urlaubssperre verhängt.“ Während derzeit noch nicht klar ist, ob das Schengen-Abkommen kurzzeitig außer Kraft gesetzt und es wieder Grenzkontrollen geben wird, stellt sich Lorenz auf alle Fälle schon einmal auf verstärkte Präsenz ein – speziell hinsichtlich gewaltbereiter G7-Gegner: „Es sind ja schon Demos angemeldet. Da weiß man nie, was kommt.“ Zudem wird eine Luftfahrtbeschränkung gelten.

Auch die Bezirkshauptmannschaft wartet derzeit auf die Details aus dem Ministerium, um weiter Vorgehensweisen zu koordinieren. „Wir haben jedenfalls für die öffentliche Ruhe, Ordnung und Sicherheit zu sorgen und allenfalls die Ausübung des Versammlungsrechts für friedlichen Protest zu gewährleisten“, sagt Bezirkshauptfrau Katharina Rumpf. Auch sie rechnet aufgrund der bevorstehenden Aufgaben mit Urlaubssperren.

Jene, die vom Mega-Event profitieren, sind die Vermieter in der Tiroler Zugspitz Arena. „Bei uns kommen immer wieder Anfragen für Übernachtungen von Polizeieinheiten oder Journalisten rein“, bestätigt TVB-Geschäftsführerin Katrin Perktold.

Der Gipfel wird jedenfalls eine Stange Geld kosten. Mindestens 80 Millionen Euro veranschlagt die Bundesrepublik Deutschland, Bayern muss noch einmal einen zweistelligen Millionenbetrag dazulegen.