Letztes Update am Di, 03.03.2015 11:27

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Landesregierung will gesamte Isel als Natura-2000-Gebiet ausweisen

Die gesamte Isel wird Natura-2000-Schutzgebiet. Die Regierung beschloss zudem ein Entwicklungsprogramm für Osttirol in Höhe von zehn Millionen Euro auf 10 Jahre. Umweltschutzorganisationen begrüßen diesen Schritt in ersten STellungnahmen.

© Vorauer/WWFWegen der Deutschen Tamariske, die an der Isel und den Osttiroler Gletscherflüssen wächst, fordert die EU zusätzliche Schutzgebiete.



Innsbruck – Die Tiroler Landesregierung hat am Dienstagvormittag die Natura-2000-Schutzgebiete in Osttirol beschlossen. Darunter befindet sich nun endgültig auch die gesamte Isel. Mit der Unterschutzstellung soll der Lebensraum der seltenen Deutschen Tamariske erhalten bleiben. Der Nominierungsvorschlag werde nun in Begutachtung geschickt, erklärten die Regierungsspitze bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) und seine Stellvertreterin Ingrid Felipe (Grüne) sprachen unter anderem von einem „Diskussionsprozess“ und einem „Beteiligungsprozess“ mit den Möglichkeiten zu Stellungnahmen, der mit der Begutachtung einhergehe. Felipe bezeichnete die Ausweisung als „Meilenstein“. Bürgermeister von betroffenen Osttiroler Gemeinden waren in den vergangenen Monaten gegen die Ausweisung der gesamten Isel Sturm gelaufen, und forderten ein Machtwort von Landeshauptmann Platter. Die Gemeindechefs wollten nur Teile des Flusses und seiner Zubringer als Natura-2000-Gebiet ausweisen und sahen unter anderem den Bau von Kraftwerken gefährde.

Zusätzlich beschloss die Landesregierung am Dienstag ein Entwicklungsprogramm für Osttirol in Höhe von zehn Millionen Euro, dieses soll über zehn Jahre laufen.

Umweltdachverband und WWF erfreut

Für den WWF und den Umweltdachverband ist dieser Dienstag ein „Freudentag“, wie die beiden Organisationen in Aussendungen verkünden. Dennoch „mischt sich aber auch die Trauer, dass die Zubringer Schwarzach und Kalserbach nicht ausgewiesen wurden“, dazu, betonte Gebhard Tschavoll vom WWF. „Obwohl im Erstvorschlag der Abteilung Umweltschutz im zukünftigen Schutzgebiet enthalten, wurde der gesamte Tauernbach nicht ausgewiesen“, heißt es in der Aussendung.

Für den Umweltdachverband ist „das letzte Wort bezüglich der Ausweisung der Zubringerbäche noch nicht gesprochen“. Dessen ehrenamtlicher Präsident, Franz Maier, sieht in dem Beschluss der Landesregierung einen „Sieg der Vernunft und der Natur“. 327 Hektar Natura-2000-Schutzgebiete gibt es nun laut Informationen der Tiroler Tageszeitung in Osttirol. (TT.com)