Letztes Update am Di, 16.06.2015 04:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Bilderberg-Treffen: Polizei-Chef rechtfertigt Großaufgebot

Einen Tag nach dem Bilderberg-Treffen weist Polizeidirektor Tomac Kritik am Einsatz von 1900 Polizisten zurück. Die Anzahl sei notwendig gewesen.

© TT/Thomas BöhmEine Demonstration der Bilderberg-Gegner mit 500 Teilnehmern ging ohne Zwischenfälle über die Bühne.



Von Thomas Hörmann

Innsbruck – Das Sicherheitsaufgebot war enorm: 1900 Polizisten und 1100 Soldaten sorgten in den vergangenen drei Wochen in Tirol für einen reibungslosen Ablauf des G7-Gipfels in Bayern und des Bilderberg-Treffens in Buchen bei Telfs. Ein Aufwand, der nötig gewesen sei, reagierte Landespolizeidirektor Helmut Tomac am Montag auf Kritik am Großaufgebot.

Mit dem Bilderberg-Treffen und dem G7-Gipfel gingen in Tirol bzw. in unmittelbarer Grenznähe zwei „Veranstaltungen von weltweiter Bedeutung“ über die Bühne, so Tomac: „Dass die beiden Treffen in unmittelbarer zeitlicher und örtlicher Nähe stattfinden, gab es noch nie.“

Tomac verwies auch auf die gewalttätigen Proteste bei ähnlichen Veranstaltungen wie etwa der Eröffnung des neuen Sitzes der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt: „Es ist blauäugig zu glauben, dass man einen derartigen Einsatz, der alle Eventualitäten beinhaltet, mit weniger Ressourcen planen kann. Im Nachhinein sind wir froh, dass es so gelaufen ist, wie es gelaufen ist.“

Sowohl in Garmisch als auch in Tirol hielt sich die Anzahl der Demonstranten in Grenzen. Zur Kundgebung in Telfs kamen am Samstag gerade einmal 500 Bilderberg-Gegner. Der Landespolizeidirektor glaubt, dass auch die geografische Lage für das Ausbleiben der Demonstranten eine Rolle gespielt hat. „Die Veranstaltungsorte waren für gewaltbereite Demonstranten offenbar weniger lukrativ als Städte.“

Der friedliche Ablauf der vergangenen drei Wochen ist auch aus der Polizeistatistik herauszulesen: Von den 22 Festnahmen hatte nur eine Bezug zum Bilderberg-Treffen, eine Person wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt angezeigt. Im selben Zeitraum wurden 1300 Flüchtlinge in Tirol aufgegriffen und weitere 700 von Deutschland zurückgewiesen.

Das Bundesheer registrierte 60 Verletzungen des Flugverbots. Meist aus Unwissenheit: „Die Piloten waren nicht in Tirol gestartet“, sagt Militärkommandant Herbert Bauer.