Letztes Update am Mo, 26.10.2015 09:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schuldenkrise

Ukraine kündigt an, russischen Kredit nicht zu bedienen

Die Ukraine hat sich mit internationalen Staaten auf Schuldenerleichterungen geeinigt. Laut eigenen Angaben bietet man exakt dieselben Konditionen auch Russland an – welches sich jedoch weigert, darauf einzugehen.

Ukraines Ministerpräsident Arseni Jazenjuk in Berlin.

© DPAUkraines Ministerpräsident Arseni Jazenjuk in Berlin.



Kiew/Moskau – Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk hat Russland mit der Einstellung von Zahlungen auf einen Milliardenkredit gedroht. Wenn Russland sich nicht wie andere Gläubiger auf einen Schuldenschnitt einlasse, „werden wir ein Schuldenmoratorium verhängen und den Kredit nicht bedienen“, sagte er dem „Handelsblatt“ vom Montag.

Die Ukraine könne Russland nicht anders behandeln als die übrigen internationalen Gläubiger, mit denen sich die Ukraine bereits verständigt hat. „Genau dieselben Konditionen bieten wir Russland an. Die Deadline für eine Einigung ist der 29. Oktober“, unterstrich er.

Die 3 Mrd. Euro aus einer Anleihe, um den sich der Streit zwischen Kiew und Moskau dreht, seien „in Wirklichkeit Schmiergeld aus Russland“ gewesen, damit der damalige Präsidenten Viktor Janukowitsch das Assoziierungsabkommen mit der EU stoppt, erklärte Jazenjuk.

Ein Milliarden-Forderungsverzicht von Gläubigern ist Teil eines internationalen Hilfspakets über 40 Mrd. Dollar (36 Mrd. Euro) zugunsten der Ukraine. Damit soll das tief in einer Rezession steckende Land ökonomisch wieder auf die Beine kommen.

Russland hatte zuvor mehrfach angekündigt, es werde sich nicht an einer Schulden-Erleichterung beteiligen. Es verlangt eine vollständige Rückzahlung zum vereinbarten Termin Ende des Jahres. Bei der Anleihe handle es sich um eine Schuldverschreibung zwischen Staaten, die nicht den Regeln des kommerziellen Anleihenmarktes unterliege, lautet die Argumentation. (APA/Reuters)