Letztes Update am Do, 10.12.2015 22:24

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klimagipfel in Paris

Fabius legt neuen Entwurf für Klimaschutzabkommen vor

Die Beratungen über den neuen Entwurf sollen nun über die Nacht andauern. Am Freitag ist der Beschluss geplant.

Für die Teilnehmer ist der Klimagipfel besonders anstrengend und intensiv. Hier ruhen sich zwei Teilnehmer des Gipfels bei Paris aus.

© REUTERSFür die Teilnehmer ist der Klimagipfel besonders anstrengend und intensiv. Hier ruhen sich zwei Teilnehmer des Gipfels bei Paris aus.



Le Bourget – Frankreichs Außenminister Laurent Fabius hat am Donnerstagabend einen neuen Entwurf für das angestrebte weltweite Klimaschutzabkommen vorgelegt. Der nach mehrfachen Verzögerungen auf der UN-Klimakonferenz in Le Bourget bei Paris präsentierte Text soll in der Nacht zunächst weiter beraten werden. Nach den Plänen von Fabius soll am Freitag dann der endgültige Text erstellt werden.

„Wir sind extrem dicht an der Ziellinie“, zeigte sich Fabius zuversichtlich. „Ich denke, liebe Freunde, dass wir das hinkriegen“, sagte der Außenminister und Konferenzpräsident. Neben den Kernthemen Finanzen, Ziele beim Klimaschutz und Lastenteilung beziehungsweise Differenzierung solle es weitere, separate Beratungen zum Streitthema Schadenersatz bei Klimaschäden, zur Präambel des Abkommens und zum Waldschutz geben.

Der von Fabius vorgelegte Entwurf enthält das besonders von den kleinen Inselstaaten geforderte 1,5-Grad-Ziel, allerdings nur als ein zusätzliches Ziel, um im Vergleich zum Grenzwert zwei Grad für die Erderwärmung Risiken und Klimaschäden deutlich zu verringern. Mit Blick auf die eingereichten nationalen Pläne zur Verringerung der Emissionen heißt es, diese sollten ab 2023 alle fünf Jahre überprüft werden. Allerdings soll es bereits 2019 eine informelle Neubewertung geben.

Zum Schadenersatz bei durch den Klimawandel verursachten Schäden heißt es, es sollten Verfahren zum Umgang mit dieser Frage entwickelt werden. Dazu sind im Text allerdings noch mehrere Varianten vorgesehen. Bekräftigt wird das Ziel, ärmeren Ländern ab 2020 jährlich mindestens hundert Milliarden Dollar (91 Milliarden Euro) für Klimaschutz und die Bewältigung von Klimafolgen zur Verfügung zu stellen. Gefordert werden in allgemeiner Form auch zusätzliche Anstrengungen beim Klimaschutz in der Zeit bis zum für 2020 geplanten Inkrafttreten des neuen Abkommens. (APA/AFP)