Letztes Update am Di, 23.08.2016 07:18

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Wahlkampf

Neue E-Mails: Hillary Clinton kommt nicht von Skandal los

Ein US-Richter gab nun weitere E-Mails von Hillary Clinton aus ihrer Zeit als Außenministerin frei. Trotz Abschluss einer FBI-Ermittlung kann die Präsidentschaftskandidatin die Affäre nicht abschütteln.

Hillary Clinton auf Wahlkampftour: Die Demokratin trat in der Larry Kimmel Show auf.

© REUTERSHillary Clinton auf Wahlkampftour: Die Demokratin trat in der Larry Kimmel Show auf.



Washington – Die E-Mail-Affäre belastet weiter den Wahlkampf der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Ein Richter ordnete am Montag (Ortszeit) die Veröffentlichung von rund 15.000 E-Mails an, die Clinton in ihrer Zeit als Außenministerin über ihren privaten Server verschickt hatte. Clintons republikanischer Gegner Donald Trump forderte die Einsetzung eines Sonderermittlers.

Der Richter gab damit einer Klage der Clinton-kritischen konservativen Gruppe Judicial Watch statt. Diese hatte auf Freigabe der Nachrichten gedrungen. Zunächst sollen private Mails aussortiert und vertrauliche Stellen geschwärzt werden. Die Auswertung solle bis Ende September abgeschlossen sein. Clinton steht seit langer Zeit in der Kritik, weil sie als US-Außenministerin dienstliche E-Mails über einen privaten Server verschickt hatte. Das FBI untersuchte den Fall, empfahl aber nach Abschluss der Untersuchungen, Clinton nicht anzuklagen.

Bekamen Spender für Stiftung leichter Zugang zu Clinton?

Am Montag wurden ferner E-Mails aus dem Clinton-Fundus bekannt, die von Judicial Watch selbst öffentlich gemacht wurden. Sie stammen von der engen Clinton-Vertrauten Huma Abedin und sollen den Verdacht nahelegen, dass Spender für die Clinton-Stiftung von Hillarys Ehemann Bill leichter Zugang zur Außenministerin und anderen Regierungsvertretern bekommen hatten. So wandte sich der Kronprinz von Bahrain im Mai 2009 mit der Bitte um ein Treffen mit Clinton an die Stiftung, nachdem er auf dem üblichen Weg eine Absage bekommen hatte – laut Judicial Watch mit Erfolg. Das US-Außenministerium wies dies zurück. „Nichts, was wir gesehen haben, lässt auf ungebührliches Verhalten schließen“, sagte Außenamtssprecher Mark Toner in Washington.

Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Trump forderte die sofortige Einsetzung eines Sonderermittlers, um die Vorwürfe zu prüfen. Die Clinton-Stiftung sei ein „korruptes Unternehmen“, sagte er bei einem Wahlkampfauftritt in Ohio. „Sie muss sofort geschlossen werden.“ Clinton hatte während ihrer Zeit als Außenministerin von 2009 bis 2013 für ihre dienstliche Kommunikation eine private E-Mail-Adresse und mehrere private Server genutzt. Damit verstieß sie gegen die geltenden Sicherheitsregeln. Zehntausende E-Mails wurden inzwischen von der Justiz geprüft. Die Bundespolizei FBI kritisierte ihr Verhalten, sah aber von einer Strafverfolgung ab.

Auch Clinton selbst wies die Vorwürfe zurück. Das Wahlkampfteam der Republikaner versucht jedoch, Clinton wegen der Affäre als unglaubwürdig darzustellen. Zurzeit hat sie Umfragen zufolge einen Vorsprung vor Trump. Gewählt wird am 8. November.

Rocker Alice Cooper tritt zur Wahl an

Wer weder vom republikanischen Kandidaten Donald Trump noch von seiner demokratischen Widersacherin Hillary Clinton etwas hält, soll bei der US-Präsidentschaftswahl im November eine unkonventionelle Alternative bekommen: Schockrocker Alice Cooper kündigte am Montag an, dass er für das Präsidentenamt kandidiere.

Eher Satire: Alice Cooper steigt ins Rennen um die US-Präsidentschaft ein.
Eher Satire: Alice Cooper steigt ins Rennen um die US-Präsidentschaft ein.
- AFP

Sein Slogan lautet: „A troubled Man for Troubled Times.“ (Ein schwieriger Mann für schwierige Zeiten). Aus der Website seiner Wahlkampagne geht allerdings bereits hervor, dass der 68-jährige Musiker es mit seiner Kandidatur nicht so ganz ernst meint. So fordert Alice Cooper, den verstorbenen Motörhead-Frontmann Ian „Lemmy“ Kilmister am Mount Rushmore neben den bedeutendsten US-Präsidenten zu verewigen. Auf dem 50-Dollar-Schein soll der Komiker Groucho Marx den früheren Präsidenten Ulysses S. Grant ersetzen. Großbritannien fordert Cooper auf, den 20-Pfund-Schein mit dem Konterfei des Komikers Peter Sellers zu bedrucken. (APA/AFP/dpa/Reuters)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Mitarbeiter sollen im Hintergrund gegen den Präsidenten arbeiten, um Schaden vom Land abzuwehren.News-Blog: US-Präsident Trump
News-Blog: US-Präsident Trump

Trump droht Iran mit Auslöschung, Neues in Causa Deutsche Bank

US-Präsident Donald Trump eskaliert im Säbelrasseln mit dem Iran weiter. Er warnte davor, den Vereinigten Staaten zu drohen. Mitarbeiter der Deutsche Bank so ...

Australiens konservativer Premierminister Scott Morrison.Australien
Australien

Mitte-Rechts-Koalition gewinnt Parlamentswahl in Australien

Allen Umfragen zum Trotz gewann das regierende Mitte-Rechts-Bündnis am Samstag die Parlamentswahl vor der sozialdemokratischen Labor-Opposition.

Eine Aktivistin für das Recht auf Abtreibung mit einem Schild "Vertraut Frauen".USA
USA

Alabama verbietet Abtreibung: Heftige Kritik von Prominenten

Erzkonservative Republikaner versuchen, das Recht auf Abtreibung in den USA vom Obersten Gerichtshof kippen zu lassen. Mit diesem Zweck verabschiedete der US ...

Boris Johnson will die Nachfolge von Theresa May antreten.Großbritannien
Großbritannien

Boris Johnson will May an Spitze der Konservativen ablösen

Die wegen der chaotischen Brexit-Politik von allen Seiten attackierte May hat ihren Rückzug für den Fall in Aussicht gestellt, dass das Parlament ihr Austrit ...

Putin empfing Van der Bellen in Sotschi.Russland
Russland

Putin und Van der Bellen eröffneten Sotschi-Dialog

Der Bundespräsident verwies auf die „lange zurückliegende gemeiname Geschichte“ Österreichs mit Russland. Van der Bellen will Putin zu „vertrauensbildenden M ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »