Letztes Update am Di, 31.01.2017 15:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Trumps Einreisebann: Fünfjähriger stundenlang festgehalten

Ein fünfjähriger Bub musste stundenlang im Flughafen Washington Dulles warten, ehe er zu seiner Mutter gelassen wurde. Trump-Sprecher Spicer verteidigte die Maßnahme.

Auf vielen Flughäfen in den USA sammelten sich Demonstranten. Hier der Empfangsbereich des Flughafens Dulles in Virginia.

© AFPAuf vielen Flughäfen in den USA sammelten sich Demonstranten. Hier der Empfangsbereich des Flughafens Dulles in Virginia.



Washington/Dulles - Es sind emotionale Szenen: Eine Frau schließt einen kleinen Buben am Flughafen in den Arm, sie drückt ihn überschwänglich, wirkt erleichtert. Der Fünfjährige iranischer Abstammung wurde zuvor am Flughafen Dulles nahe Washington vier Stunden lang von den Behörden festgehalten, wie US-Medien und ein demokratischer Abgeordneter berichteten.

Der Fall vom Wochenende legt nahe, dass die USA bei der Umsetzung des Einreiseverbots auch bei kleinen Kindern keine Ausnahmen machen. Der Sprecher von US-Präsident Donald Trump, Sean Spicer, sagte dazu, es wäre "irreführend und falsch" anzunehmen, dass allein aufgrund des Alters oder des Geschlechts einer Person keine Gefahr von ihr ausgehen könne.

Nach einem Bericht der "Huffington Post" handelt es sich bei dem Fünfjährigen um einen im Bundesstaat Maryland lebenden US-Bürger. Der Bericht verweist auf einen Facebook-Beitrag des demokratischen US-Senators Chris Van Hollen aus Maryland, der den Vorfall mit den Worten "Schäm dich, Donald Trump" kommentierte und eine Entschuldigung von dem Präsidenten verlangte.

Der örtliche Sender WJLA berichtete, der Kleine sei mit einem anderen Familienmitglied gereist. Die Mutter stammt demnach aus dem Iran. Das Land ist eines von sieben, die von dem 90-tägigen Einreisestopp betroffen sind. Flüchtlinge aus aller Welt sind für 120 Tage ausgesperrt, jene aus Syrien sogar auf unbestimmte Zeit. Die genauen Umstände des Falls des Fünfjährigen blieben offen. Die Mutter äußerte sich nicht, als sie ihr Kind entgegennahm. (APA/dpa)

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