Letztes Update am Sa, 18.02.2017 08:57

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltpolitik

Mexikaner bildeten „menschliche Mauer“ gegen Trumps Pläne

Die Demonstranten in Ciudad Juarez bildeten eine etwa eineinhalb Kilometer lange Menschenkette. Viele Teilnehmer hielten Blumen in den Händen.

Ein Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA.

© AFPEin Grenzzaun zwischen Mexiko und den USA.



Ciudad Juarez – Die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump stößt weiterhin international auf Kritik. In der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez bildeten am Freitag (Ortszeit) tausende Leute eine „menschliche Mauer“, um gegen Trumps Pläne für eine Grenzmauer zu protestieren. Der US-Präsident kritisierte unterdessen „schlimmen Betrug“ anderer Länder in den Wirtschaftsbeziehungen zu den USA.

Die Demonstranten in Ciudad Juarez bildeten eine etwa eineinhalb Kilometer lange Menschenkette. Viele Teilnehmer hielten Blumen in den Händen. Zu der Protestaktion in Form einer „menschlichen Mauer“ hatten die örtlichen Behörden und mexikanische Organisationen aufgerufen.

Trump erzeugt Angst

„Hier hast Du Deine Mauer“, rief der 15-jährige Schüler Christian Ramirez an den US-Präsidenten gewandt. Die 31-jährige Studentin Ana Carolina Solis sagte: „Die Mauer ist eine der schlimmsten Ideen, sie wird nichts fernhalten, weder Drogen noch Migranten.“ Der 34-jährige Sozialarbeiter Leo Alvarez bezeichnete die „menschliche Mauer“ als Absage an Trumps „Politik und seinen Rassismus“.

An der Protestaktion beteiligte sich auch Oscar Leeser, der Bürgermeister der US-Stadt El Paso, die unmittelbar an Ciudad Juarez grenzt. „Ciudad Juarez und El Paso sind ein und dieselbe Stadt, wir werden nie getrennt werden“, sagte der in Mexiko geborene US-Politiker.

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Der Bürgermeister von Ciudad Juarez, Armando Cabada, sagte vor den Demonstranten: „Trump erregt Angst bei unseren Landsleuten in den USA, wir müssen uns mit ihnen solidarisch zeigen.“ Auch in der 1200 Kilometer entfernten mexikanischen Grenzstadt Tijuana versammelten sich etwa 50 Menschen, um gegen die Grenzmauer zu protestieren.

Trump hatte als eine seiner ersten Amtshandlungen nach seinem Amtsantritt im Jänner per Dekret den Bau einer Mauer entlang der 3.200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko angeordnet. Damit will er die illegale Einwanderung bekämpfen. Die Kosten für die Mauer will Trump der mexikanischen Regierung aufbürden. Mexiko lehnt das ab. Die Beziehungen beider Länder haben sich seit Trumps Amtsantritt deutlich verschlechtert.

Außenminister bleibt Mexikos Linie treu

Mexikos Außenminister Luis Videgaray erteilte Trumps Mauerplänen indes beim G-20-Treffen in Bonn erneut eine Absage. „Es gibt Themen, bei denen Mexiko nicht einen Millimeter zurückweichen wird. Bei anderen Themen sind wir zum Dialog bereit“, sagte Videgaray. In der kommenden Woche will er sich in Mexiko-Stadt mit seinem US-Kollegen Rex Tillerson treffen.

Trump hatte am Donnerstag angekündigt, er werde nächste Woche ein neues Einreisedekret erlassen. Eine Woche nach seinem Amtsantritt hatte er per Dekret Bürgern aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern für 90 Tage die Einreise verboten. Das US-Flüchtlingsprogramm wurde für 120 Tage ausgesetzt, die Einreise syrischer Flüchtlinge sogar auf unbestimmte Zeit. Ein Bundesgericht setzte die Einreiseverbote jedoch aus.

Bei einem Besuch im Werk des US-Flugzeugbauers Boeing im Bundesstaat South Carolina bekräftigte Trump seine „Amerika zuerst“-Politik. „Das ist unser Mantra: Kauft amerikanisch und stellt Amerikaner ein“, sagte er. Das Land leide unter „schlechten Handelsvereinbarungen“ und müsse besser geschützt werden.

Seine Regierung werde „unsere Handelsregeln durchsetzen und ausländischen Betrug stoppen – gewaltigen Betrug“, fügte Trump hinzu. Unternehmen müsse es viel schwerer gemacht werden, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. (APA/AFP)


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