Letztes Update am Sa, 29.04.2017 12:55

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Präsident

Von Flynn bis Conway und Spicer: Trumps Personalprobleme

Skurrile Medienauftritte, Kontakte zu Moskau und Flügelkämpfe im Weißen Haus: Donald Trump hatte es in seinen ersten 100 Tagen als US-Präsident mit seinem Team nicht immer einfach.

Trumps Sprecher Sean Spicer trat bereits in so manches Fettnäpfchen. Mit den Medien liefert er sich einen Kleinkrieg.

© Reuters/Joshua RobertsTrumps Sprecher Sean Spicer trat bereits in so manches Fettnäpfchen. Mit den Medien liefert er sich einen Kleinkrieg.



Washington – Schon unmittelbar nach der gewonnen Wahl kam Donald Trumps Truppe nicht richtig in Schwung. Die Bildung des Übergangsteams hinkte ständig hinter dem Zeitplan her. US-Medien beschrieben die Vorbereitung der Präsidentschaft als mangelhaft, sogar grotesk. Und auch seitdem Trump im Amt ist, läuft vieles schief – seine ersten 100 Tage als Präsident sind nicht zuletzt von Personalproblemen bestimmt.

Mitte Februar trat dann Trumps Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn zurück. Er hatte vor Amtsantritt mit dem russischen Botschafter über die Sanktionen gegen Moskau gesprochen und darüber später falsche Angaben gemacht. Die genauen Gründe für den Abgang dürften das politische Washington noch länger beschäftigen. Dabei war Flynn gar nicht erste Wahl gewesen: Zu den Top-Kandidaten zählte Trumps früherer Koordinator für Themen der nationalen Sicherheit, Mike Rogers, der das Team dann aber überraschend verließ.

Nur kurz nach Flynns Rücktritt dann das nächste Personal-Debakel: Trumps Kandidat als Arbeitsminister, Andrew Puzder, zog sich zurück, nachdem sich eine herbe Niederlage bei der angestrebten Bestätigung durch den republikanisch dominierten Senat abzeichnete. Der Manager einer Burger-Kette hatte zugegeben, eine Immigrantin ohne Einwanderungserlaubnis als Haushälterin beschäftigt zu haben.

Zuvor waren Rex Tillerson (Außenministerium) und Betsy DeVos (Bildungsministerium) im Senat nur knapp durchgekommen – DeVos nur, weil Vize-Präsident Mike Pence die entscheidende Stimme abgab. Nach Angaben des Parlaments war es das erste Mal in der Geschichte des Hauses, dass ein Vizepräsident zu diesem letzten Mittel greifen musste.

Im Weißen Haus selbst tobt laut US-Medienberichten seit Wochen ein Flügelstreit zwischen eher moderaten Kräften mit Trumps Schwiegersohn Jared Kushner an der Spitze und rechtskonservativen Ideologen, allen voran Stephen Bannon, Trumps umstrittener Chefstratege.

Trumps Politik verkaufen soll sein Sprecher Sean Spicer, der sich aber mit Medien einen Kleinkrieg liefert und in den vergangenen Monaten immer wieder ins Fettnäpfchen getreten ist, und seine Beraterin Kellyanne Conway, die durch skurrile Medienauftritte und die Erfindung der „alternativen Fakten“ auffiel. (dpa)


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