Letztes Update am Mo, 03.07.2017 10:12

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Inselstreit

China ortet „ernsthafte Provokation“ durch US-Zerstörer

Das Kriegsschiff „USS Stethem“ hat die von China beanspruchte Triton-Insel in geringem Abstand passiert, was Peking als „ernsthafte politische und militärische Provokation“ wertet.

Archivbild des Zerstörers "USS Stethem".

© REUTERSArchivbild des Zerstörers "USS Stethem".



Washington/Peking - Ein US-Kriegsschiff ist am Sonntag nahe an einer von China beanspruchten Insel im Südchinesischen Meer vorbeigefahren und hat damit Pekings Gebietsansprüche infrage gestellt. Der Zerstörer „USS Stethem“ sei in einem Abstand von weniger als zwölf Seemeilen an der Triton-Insel vorbeigefahren, sagte ein US-Vertreter. Peking sprach von einer „ernsthaften politischen und militärischen Provokation“.

Das winzige Eiland gehört zu den Paracel-Inseln, die außer von China auch von Taiwan und von Vietnam beansprucht werden. Nach einer Vorgabe der Vereinten Nationen können Länder auf die Gewässer vor ihren Territorien in einem Umkreis von bis zu zwölf Seemeilen Anspruch erheben. China sieht somit die Zwölf-Meilen-Zone um die Triton-Insel als Hoheitsgewässer an, obwohl es nach einem Urteil des Schiedshofes von Den Haag keinen Anspruch hat.

China beansprucht praktisch das gesamte Südchinesische Meer für sich. Um ihre Ansprüche zu unterstreichen, hat die Volksrepublik dort mehrere künstliche Inseln aufgeschüttet, auf denen Kampfflugzeuge und anderes militärisches Gerät stationiert werden können. Aber auch andere Staaten in der Region wie Vietnam, Brunei, Malaysia und die Philippinen erheben Ansprüche auf Teile des Seegebiets.

Zweite derartige Aktion unter Trumps Präsidentschaft

Die USA haben wiederholt vor einer militärischen Aufrüstung und vor einer Behinderung des internationalen Schiffsverkehrs gewarnt. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking verurteilte den Vorfall am Sonntag mit Nachdruck und forderte die USA auf, „sofort solche provokativen Operationen zu unterlassen, die Chinas Souveränität verletzen und Chinas Sicherheit bedrohen“.

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Die Vorbeifahrt der „USS Stetham“ war bereits die zweite derartige Aktion seit der Amtsübernahme von US-Präsident Donald Trump im Januar: Am 25. Mai hatte das Kriegsschiff „USS Dewey“ in einem Abstand von weniger als zwölf Seemeilen das Mischief Reef passiert, das zu den ebenfalls umstrittenen Spratly-Inseln gehört. (APA/AFP/dpa)