Letztes Update am Fr, 17.11.2017 13:52

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


USA

Trump erlaubt Import von Elefanten-Trophäen aus Afrika

US-Präsident Donald Trump hebt eine weitere Regelung seines Vorgängers Barack Obama auf. Tierschützer sind schockiert von der Entscheidung des Republikaners.

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Washington — Die Regierung rund um US-Präsident Donald Trump erlaubt amerikanischen Großwildjägern wieder, Trophäen von in Sambia und Simbabwe erlegten Elefanten in die USA einzuführen. Trump hebt somit eine Regelung seines Vorgängers Barack Obama aus dem Jahr 2014 auf, die den Import verboten hatte. Die neue Regelung gilt für Leichtenteile Afrikanischer Elefanten, die zwischen Januar 2016 und Dezember 2018 getötet wurden oder werden.

Laut einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie ("Great Elephant Census") ging die Elefantenpopulation in 18 afrikanischen Ländern zwischen den Jahren 2007 und 2014 um fast ein Drittel auf etwa 350.000 Tiere zurück. Obwohl der Afrikanische Elefant als bedrohte Tierart gilt, kann die US-Regierung einer Regelung zufolge den Import erlauben, wenn die Jagd nachweislich dem Erhalt der Tierart zugute kommt und die Zahlen einen Anstieg der Population in den jeweiligen Ländern zeigen. Unter der Regierung von Barack Obama war deshalb der Import von Trophäen aus Sambia und Simbabwe verboten. In beiden Ländern ging die Zahl der Elefanten zurück.

Da nun angeblich neue Daten aus Sambia und Simbabwe vorliegen, sei die Aufhebung des Verbots gerechtfertigt und sinnvoll, argumentiert nun die Regierung von Donald Trump. Die legale und regulierte Jagd könne helfen, bestimmte Tierbestände und somit die Biodiversität zu erhalten, argumentierte die US-Naturschutzbehörde für Fische und Wildtiere (FWS). Eine legale und regulierte Sportjagd würde Anreize für die lokale Bevölkerung schaffen, die Arten zu erhalten. Das erzielte Geld könne in Naturschutzmaßnahmen fließen.

Die mächtige US-Waffenlobbyorganisation NRA (National Rifle Association) begrüßte die neue Regelung als einen "bedeutenden Schritt vorwärts". Mit der Aufhebung des Verbotes habe die Regierung einmal mehr die Bedeutung einer geregelten Jagd für das Überleben von Wildtierarten unterstrichen, erklärte der NRA-Vorsitzende Chris Cox.

Aufschrei bei Naturschützern und in sozialen Medien

Naturschützer halten diese Argumentation für unsinnig. "Amerikanische Trophäenjäger sollten keine Elefanten töten, wenn ihre Population schrumpft. Das hat nichts mit Naturschutz zu tun", erklärte Tanya Sanerib von der Organisation Center for Biological Diversity. Es sei schockierend, dass die Trump-Regierung das Verbot ausgerechnet während eines Militärputsches in Simbabwe aufhebe. In dem Land hatte das Militär in der Nacht zu Mittwoch die Macht übernommen, der 93-jährige Langzeitpräsident Robert Mugabe wurde unter Hausarrest gestellt.

Auch in den sozialen Medien wie Facebook und Twitter zeigten sich viele empört über die Entscheidung des umstrittenen US-Präsidenten. Unter anderem wurden Fotos von Trumps Söhnen auf Twitter geteilt, auf denen sie mit einem Elefantenschwanz posieren.

Die US-amerikanische Komikerin und Moderatorin Ellen DeGeneres rief in ihrer erfolgreichen Talkshow "The Ellen Show" dazu auf, unter dem Hashtag #BeKindToElephants ("Sei lieb zu Elefanten") Geld zu spenden. (kla)