Letztes Update am Sa, 12.05.2018 17:31

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Israel

Israel schließt nach Ausschreitungen Übergang zum Gazastreifen

Die Proteste an der Grenze halten seit sechs Wochen an. Am Dienstag wird beim „Al-Nakba“-Tag der Vertreibung Hunderttausender Palästinenser gedacht.

© AFPDie Proteste dauern an der Grenze dauern schon seit sechs Wochen an.



Jerusalem – Einen Tag nach Ausschreitungen bei Palästinenser-Protesten hat Israel einen Grenzübergang zum Gazastreifen geschlossen. Der Kontrollpunkt Kerem Shalom bleibe gesperrt, bis bei den Randalen entstandene Schäden repariert seien, teilte die Armee am Samstag mit. Lediglich für humanitäre Angelegenheiten werde der Übergang in den von Palästinensern bewohnten Küstenstreifen geöffnet.

Die Proteste an der Grenze halten seit sechs Wochen an. Die Palästinenser demonstrieren für ein Recht auf Rückkehr in jene Gebiete, die heute Teil des israelischen Territoriums sind. Israel lehnt dies ab. Mehrfach kam es dabei zu Ausschreitungen, bei denen 44 Menschen getötet worden sind.

Am Dienstag wird der Tag der „Al-Nakba“ (Katastrophe) begangen, mit dem die Palästinenser an die Vertreibung Hunderttausender im Zuge des Konflikts rund um die Gründung Israels erinnern. Die Staatsgründung jährt sich – nach dem gregorianischen Kalender – am Montag zum 70. Mal. Dann soll auch die US-Botschaft in Jerusalem offiziell eröffnet werden.

Die Unabhängigkeitserklärung erfolgte am 14. Mai 1948 beziehungsweise nach jüdischem Kalender am 5. Iyyar 5708. In diesem Jahr hatte Israel seinen Unabhängigkeitstag, den „Yom HaAtzmaut“ (‚Tag der Unabhängigkeit‘), bereits am 19. April gefeiert. Der Festtag wird wegen der Unterschiede zwischen jüdischem und gregorianischem Kalender jedes Jahr an einem anderen Datum begangen. (APA/Reuters)