Letztes Update am Mo, 11.06.2018 08:52

APA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kolumbien

ELN-Rebellen kündigten Waffenruhe während Stichwahl in Kolumbien an

Die Waffenruhe werde am 15. Juni um Mitternacht beginnen und bis zum 19. Juni um Mitternacht (jeweils Ortszeit) andauern.

© ReutersPablo Beltran, der Chefverhandler der ELN.



Havanna – Die kolumbianische Guerillaorganisation Nationales Befreiungsheer (ELN) hat eine Waffenruhe rund um den zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahl angekündigt. Die Waffenruhe werde am 15. Juni um Mitternacht beginnen und bis zum 19. Juni um Mitternacht (jeweils Ortszeit) andauern, teilte die ELN in ihrer Online-Publikation Insurreccion am Montag mit.

Damit solle es den Bürgern ermöglicht werden, ihre Stimme abzugeben. Die Stichwahl um das Präsidentenamt in Kolumbien findet am 17. Juni statt.

Die erste Runde hatte der rechtsgerichtete Kandidat Ivan Duque gewonnen. Er kam auf 39 Prozent der Stimmen. In der Stichwahl trifft er auf den linksgerichteten Kandidaten Gustavo Petro, der in der ersten Runde mit 25 Prozent auf Platz zwei landete. Der aktuelle Präsident Juan Manuel Santos scheidet am 7. August aus dem Amt.

Friedensabkommen überarbeiten

Der Ausgang der Präsidentschaftswahl dürfte entscheidend sein für den Friedensprozess in Kolumbien: Der 41-jährige Duque von der ultrarechten Partei Demokratisches Zentrum (Centro democratico/CD) hat angekündigt, das Friedensabkommen von 2016 mit der FARC-Guerilla im Fall seines Sieges überarbeiten zu wollen. Die laufenden Friedensgespräche mit den noch nicht entwaffneten ELN-Rebellen in Havanna lehnt er ab. Der 58-jährige Petro von der Bewegung Menschliches Kolumbien dagegen unterstützt das Abkommen und hatte erklärt, einen ähnlichen Pakt mit der ELN-Guerilla schließen zu wollen.

Seit 1964 wurden in Kolumbien bei Kämpfen zwischen der Armee, linksgerichteten Guerillagruppen wie FARC und ELN sowie rechten Paramilitärs mehr als 260.000 Menschen getötet. Etwa sieben Millionen Menschen flohen vor der Gewalt, mehr als 60.000 weitere werden vermisst. (APA/AFP)