Letztes Update am So, 30.09.2018 15:32

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Syrien

Rebellen widersprechen Angaben zu Abzug aus Nord-Syrien

Der Sprecher der protürkischen Nationalen Befreiungsfront weist einen Bericht der Beobachtungsstelle zu Idlib zurück.

Syrische Rebellen bei einer Demonstration in Idlib.

© AFPSyrische Rebellen bei einer Demonstration in Idlib.



Idlib – Syrische Rebellen haben Angaben von Aktivisten über einen angeblichen Rückzug aus der geplanten entmilitarisierten Zone um die nordsyrische Provinz Idlib widersprochen. „Es gibt keinen Abzug schwerer Waffen aus irgendeinem Gebiet oder von irgendeiner Front. Dieser Bericht wird verneint, vollständig verneint“, sagte ein Sprecher der protürkischen Rebellenallianz Nationale Befreiungsfront (NLF), Naji Mustafa, der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag.

Zuvor hatte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitgeteilt, dass die zur NLF-Allianz gehörende Gruppe Faylaq al-Sham al-Islami am Sonntag im Zuge des zwischen der Türkei und Russland ausgehandelten Abkommens zur Einrichtung einer Pufferzone um Idlib mit dem Abzug von Einheiten und schweren Waffen begonnen habe.

Der Beobachtungsstelle zufolge wurden auch „Panzer und Geschütze aus den südlichen Gebieten der Provinz Aleppo und den westlichen Vororten von Aleppo-Stadt“ abgezogen. Die in Großbritannien ansässige Nichtregierungsorganisation bezieht ihre Angaben von Aktivisten vor Ort. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

Die entmilitarisierte Zone war von der Türkei und Russland am 17. September beschlossen worden. Um Idlib soll demnach bis zum 15. Oktober eine 15 bis 20 Kilometer breite Pufferzone entstehen. Aus diesem Gebiet sollen alle Jihadisten abziehen. Die dortigen Rebellen sollen ihre schweren Waffen abgeben. Anschließend sollen die türkische Armee und die russische Militärpolizei die Zone überwachen.

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Mit der Vereinbarung wurde eine syrisch-russische Militäroffensive auf Idlib vorerst abgewendet, die zu einer humanitären Katastrophe und einer neuen Fluchtwelle in die Türkei zu führen drohte. Es ist aber offen, ob sich alle Gruppen in der Provinz an die Vereinbarung halten werden. (APA/AFP)


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