Letztes Update am Do, 25.10.2018 10:34

DPA / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


50.000 Soldaten

Nato beginnt größtes Manöver seit Ende des Kalten Krieges

Ziel des Militärmanövers „Trident Juncture“ ist es, ein Signal der Abschreckung an Russland zu senden und für den so genannten Bündnisfall zu trainieren.

Niederländische Soldaten während der Anreise zum Großmanöver.

© ANPNiederländische Soldaten während der Anreise zum Großmanöver.



Oslo – Die Nato hat in der Nacht zum Donnerstag ihr größtes Manöver seit Ende des Kalten Krieges gestartet. Nach Angaben einer Bündnissprecherin übernahm der zuständige US-Admiral James G. Foggo um 0.01 Uhr das Kommando über die rund 50.000 beteiligten Soldaten. Sie werden nun zwei Wochen lang in Norwegen sowie in den umliegenden Luft- und Seegebieten gemeinsam trainieren. Neben den Soldaten sind auch rund 10.000 Fahrzeuge sowie mehr als 300 Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Schiffe mit dabei.

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Ziel des Manövers ist es, ein Signal der Abschreckung an Russland zu senden und für den so genannten Bündnisfall zu trainieren. Dieser könnte ausgerufen werden, wenn einer oder mehrere der 29 Mitgliedstaaten von einem Gegner angegriffen würden. In der Folge müssten dann die anderen Alliierten Beistand leisten.

Soldaten aus allen NATO-Ländern nehmen an dem Manöver teil.
Soldaten aus allen NATO-Ländern nehmen an dem Manöver teil.
- ANP

Abschreckung gegen Russland

Die Bundeswehr ist mit rund 10.000 Soldaten an „Trident Juncture“ beteiligt und damit zweitgrößter Truppensteller nach den USA. Das starke Engagement ist vor allem dadurch begründet, dass Deutschland ab Anfang 2019 die Führung der schnellen Eingreiftruppe der Nato übernehmen soll. Die so genannte VJTF (Very High Readiness Joint Task Force) wurde im Zuge der Ukraine-Krise aufgestellt und ist ebenfalls ein Element der Abschreckungsstrategie gegen Russland, der seit 2014 wieder starke Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Damals hatte Russland sich die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt und offensiv damit begonnen, prorussische Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen.

In der ersten Runde des Nato-Manövers werden nach Bündnisangaben von Ländern wie Deutschland, Italien und Großbritannien gebildete „südliche Kräfte“ einen Angriff von „nördlichen Kräften“ abwehren. Letztere sollen unter anderem aus Truppen der USA, Kanadas und Norwegens bestehen. In der zweiten Runde sieht das Szenario dann einen Gegenangriff der „südlichen Kräfte“ auf die „nördlichen Kräfte“ vor.

Heftige Kritik an Manöver

Neben allen 29 Nato-Staaten beteiligen sich auch die Partnerländer Schweden und Finnland an dem Manöver. Heftige Kritik kommt dazu aus Deutschland: Der Vorsitzende der Linke-Fraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, hat das als Abschreckungssignal an Russland gerichtete Nato-Großmanöver scharf kritisiert. „Es ist aberwitzig, gefährlich und provokant gegenüber Russland, im gegenwärtigen Klima das größte Nato-Manöver seit 30 Jahren in Norwegen zu starten“, sagte Bartsch der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstag). „Die Kriegsgefahr ist so hoch wie lange nicht. Der US-Präsident droht mit nuklearer Aufrüstung gegenüber Russland und China und kündigt Verträge zur nuklearen Abrüstung auf. Wahnsinn!“. (dpa)

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