Letztes Update am Di, 06.11.2018 17:43

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Midterms

Fakten-Überblick: Was man über die US-Kongresswahl wissen muss

Die „Midterms“ sind vergleichsweise komplexe Wahlen, wir haben die wichtigsten Zahlen und Fakten zum Urnengang – bei dem auch für US-Präsident Trump viel auf dem Spiel steht – im Überblick.

© REUTERSBlick in den US-Senat während einer Rede von US-Präsident Donald Trump (Archivbild).



Washington — In den USA finden heute die mit Spannung erwarteten Kongresswahlen statt, bei denen auch für Präsident Donald Trump viel auf dem Spiel steht. Die oppositionellen Demokraten wollen die Kontrolle über Repräsentantenhaus und Senat übernehmen, die bisher eine republikanische Mehrheit haben.

Die Zwischenergebnisse aus den einzelnen Bundesstaaten werden im Laufe der Nacht auf Mittwoch (MEZ) bekanntgegeben,TT.com berichtet den ganzen Tag über im News-Blog und in der Wahlnacht live.

Keine "Abstimmungsmaschine" im Dienste der Regierung

Der Kongress ist das oberste Gesetzgebungsorgan der Vereinigten Staaten und besteht aus zwei Kammern, dem Repräsentantenhaus und dem Senat. Die parlamentarische Arbeit spielt sich im Zusammenwirken von Repräsentantenhaus und Senat ab. Anders als in den parlamentarischen Regierungssystemen Europas ist der US-Kongress alles andere als eine reine "Abstimmungsmaschine" im Dienste der jeweiligen Regierung.

Wirklich problematisch wird es für den Präsidenten, wenn er es in beiden Häusern mit einer Mehrheit des politischen Gegners zu tun hat - ein politischer Aggregatszustand des Präsidenten, für den der US-Polit-Slang den blumigen Ausdruck "Lame Duck" (Lahme Ente) bereithält.

Einige Zahlen zum Urnengang

  • Alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus stehen zur Wahl. 235 haben derzeit die Republikaner inne, 193 die Demokraten, 7 sind vakant. Durchschnittsalter der Abgeordneten zu Beginn der Wahlperiode: 57,8 Jahre. Umfragen sagen eine knappe Mehrheit für die Demokraten aus.
  • Wie viele Abgeordnete einen Bundesstaat vertreten, hängt von dessen Einwohnerzahl ab: Mit 53 kommen die meisten aus Kalifornien, 7 Staaten - wie Alaska oder Vermont - entsenden jeweils nur einen Vertreter. Sie werden in der Regel für 2 Jahre gewählt.
  • Die Kandidaten müssen mindestens 25 Jahre alt und seit 7 Jahren US-Bürger sein.
  • 100 Sitze hat der Senat. Ihm gehören derzeit 51 Republikaner und 47 Demokraten an. Hinzu kommen 2 Parteilose, sie zählen zur Fraktion der Demokraten. Durchschnittsalter der Senatoren: 61,8 Jahre.
  • Je 2 Senatoren vertreten einen der 50 Bundesstaaten - unabhängig von dessen Größe. Gewählt werden sie in der Regel für 6 Jahre.
  • Ein Senator muss mindestens 30 Jahre alt und seit 9 Jahren US-Bürger sein.
  • Insgesamt 35 Senatssitze stehen diesmal zur Wahl - 26 davon sind mit Demokraten besetzt, 9 mit Republikanern. Laut Prognosen ist es wahrscheinlicher, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Senat ausbauen, als dass sie sie verlieren.
  • 33 der Senatoren werden regulär gewählt - etwa ein Drittel, wie es die Verfassung alle zwei Jahre vorsieht. In den US-Staaten Minnesota und Mississippi gibt es außerdem Nachwahlen.
  • 112 Frauen gehören dem US-Kongress derzeit an - 23 von ihnen sitzen im Senat, 89 im Abgeordnetenhaus.
  • Im Rennen um das Abgeordnetenhaus kamen für die Demokraten rund 923 Mio. US-Dollar (810,15 Mio. Euro) an Spenden zusammen. Die Republikaner nahmen über 612 Mio. Dollar ein.
  • Beim Kampf um den Senat nahmen die Demokraten gut 540 Mio. Dollar Spenden ein, die Republikaner knapp 396 Mio. Dollar (Stand jeweils 30. Oktober).

(TT.com, APA)