Letztes Update am Fr, 23.11.2018 12:30

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Anschlag

Fall Skripal: Neues Videomaterial zu mutmaßlichen Attentätern

Die neuen Aufnahmen zeigen die Verdächtigen am 4. März im englischen Salisbury.

© AFP PHOTO / RT via RuptlyDie beiden Russen berichteten im staatsnahen Sender RT, sie seien als Touristen in England gewesen.



London – Die britische Polizei hat im Fall Skripal neues Videomaterial zu den beiden mutmaßlichen Attentätern veröffentlicht. Überwachungskameras filmten die beiden Männer am 4. März in der südenglischen Stadt Salisbury, wie die Polizei am Donnerstagabend mitteilte.

Die Aufnahmen zeigen, wie die beiden mutmaßlichen russischen Geheimdienstagenten am Bahnhof ankommen, sich in der Nähe des Tatorts bewegen und später wieder zum Bahnhof zurückkehren.

Der russische Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter waren am 4. März in Salisbury mit dem in der Sowjetunion entwickelten Nervengift Nowitschok vergiftet worden. Beide wurden schwer verletzt und entkamen nur knapp dem Tod. Eines der neuen Überwachungsvideos zeigt die beiden Verdächtigen in der Nähe des Hauses der Skripals, kurz bevor das Nervengift nach Erkenntnissen der Ermittler am Türgriff angebracht wurde.

Russland bestreitet Verwicklung

Russland weist jegliche Verwicklung in das Attentat zurück und bestreitet, dass die beiden Beschuldigten Agenten des Militärgeheimdienstes GRU sind. Die beiden Männer, die unter falschem Namen nach Großbritannien eingereist sein sollen, hatten sich im russischen Fernsehen als Touristen bezeichnet.

Die Polizei ermittelt auch weiterhin zum Tod einer Frau in der Region Salisbury, die Ende Juni mit Nowitschok in Berührung gekommen war. Der Kampfstoff befand sich offenbar in einer Parfümflasche, die der Freund des Opfers gefunden und seiner Partnerin geschenkt hatte. Die Polizei geht davon aus, dass die beiden Attentäter den Flakon mit Nowitschok nach dem Anschlag auf Skripals Haus weggeworfen hatten.

Die Ermittler riefen mögliche Zeugen auf, sich bei der Polizei zu melden. Sie hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung zu den beiden mutmaßlichen Tätern sowie zum Verbleib des Giftfläschchens nach dem Attentat im März. (APA/AFP)


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