Letztes Update am Mo, 11.02.2019 11:37

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Munich Security Report“

Waffenkäufe verdoppelt: Staaten im Nahen Osten rüsten auf

Zwischen 2013 und 2018 haben Saudi-Arabien, Iran, die Türkei, Israel und Co. deutlich mehr in Rüstungsgüter investiert als in den fünf Jahren zuvor.

Ein saudischer Kampfjet startet in Richtung Jemen.

© ReutersEin saudischer Kampfjet startet in Richtung Jemen.



München – Dem Rückzug der USA aus dem Nahen Osten folgt offensichtlich eine Aufrüstung der Staaten in der Region. Wie die Welt (Montag) unter Berufung auf den ihr vorliegenden aktuellen „Munich Security Report“ für die anstehende Münchner Sicherheitskonferenz berichtet, hat sich das Volumen der Waffenkäufe im Nahen Osten seit 2013 im Vergleich zu den vorhergehenden fünf Jahren verdoppelt.

Der Bericht zeige auch, dass sich genau in jenen Jahren die Präsenz amerikanischer Truppen in der Region erheblich verringert habe. Dem Bericht zufolge liegen sieben der zehn Länder mit den weltweit höchsten Rüstungsausgaben heute im Nahen Osten. Darunter seien vor allem Verbündete des Westens wie Saudi-Arabien, die Türkei, Israel und Kuwait. Zugleich sei der Iran seinen Konkurrenten in der Region an Truppenstärke, Zahl der Panzer und der U-Boote deutlich überlegen.

53 Prozent der Waffenlieferungen aus den USA

Laut Daten von Jane“s Markets Forecast im Münchner Bericht seien im Zeitraum 2014 bis 2018 rund 53 Prozent der Rüstungsgüter für den Nahen Osten aus den USA gekommen. Frankreich lag mit elf Prozent und Großbritannien mit zehn Prozent weit dahinter. Der deutsche Anteil habe nur drei Prozent betragen.

Die Münchner Sicherheitskonferenz findet von Freitag bis Sonntag statt. Sie ist das größte Expertentreffen zum Thema Sicherheitspolitik weltweit. Konferenzchef Wolfgang Ischinger will sich am Montag in Berlin zu dem Treffen äußern. (APA/dpa)