Letztes Update am Do, 28.02.2019 12:49

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Indien/Pakistan

Indien-Pakistan-Konflikt: Pakistan will indischen Piloten am Freitag freilassen

Als „Geste des Friedens“ wolle Pakistan einen am Mittwoch gefangen genommenen indischen Piloten am Freitag freilassen. Der Pilot war in pakistanische Gefangenschaft geraten, als beide Länder über der umstrittenen Kaschmir-Region ihre Luftwaffe eingesetzt und Flugzeuge der anderen Seite abgeschossen hatten.

Indische Soldaten an der Grenze zu Pakistan.

© AFP/MustafaIndische Soldaten an der Grenze zu Pakistan.



Srinagar, Islamabad – Nach der jüngsten militärischen Konfrontation zwischen Pakistan und Indien will Pakistan einen am Mittwoch gefangen genommenen indischen Piloten am Freitag freilassen. Das sagte der pakistanische Ministerpräsident, Imran Khan, in einer Rede im Parlament in Islamabad am Donnerstag. Die Freilassung sei eine „Geste des Friedens“.

Der Pilot Abhinandan Varthaman war am Mittwoch in pakistanische Gefangenschaft geraten, als beide Länder über der umstrittenen Kaschmir-Region ihre Luftwaffe eingesetzt und Flugzeuge der anderen Seite abgeschossen hatten. Die Spannungen zwischen den verfeindeten Atommächten Indien und Pakistan hatten sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Mehrere hundert Familien aus Grenzdörfern auf der pakistanischen Seite Kaschmirs evakuiert.

Nachdem Indiens Luftwaffe in der Nacht zum Dienstag zum ersten Mal seit 1971 einen Angriff auf pakistanischem Gebiet geflogen hatte, schoss Pakistan nach eigenen Angaben am Mittwoch zwei indische Kampfflugzeuge ab. Ein indischer Pilot sei danach festgesetzt worden. Nach indischer Darstellung hatte die pakistanische Luftwaffe militärische Einrichtungen auf indischem Gebiet angegriffen. Indien habe den Angriff abgewehrt, einen Jet aus Pakistan abgeschossen und dabei einen Abfangjäger verloren.

Khan hatte bereits am Mittwoch in einer Fernsehansprache Indien Gespräche angeboten. Indiens Regierung um die hindu-nationalistische Partei BJP von Premierminister Modi steht allerdings unter Druck, Stärke zu zeigen, weil in wenigen Monaten eine Parlamentswahl ansteht. In den vergangenen Tagen, so auch in der Nacht zu Donnerstag, gab es Berichte über Schusswechsel und Truppenbewegungen entlang der De-facto-Grenze in Kaschmir.

Zahlreiche Staaten riefen zur Mäßigung auf

Nach der Eskalation des Konflikts mit dem Abschuss von Kampfflugzeugen und schwerem Artilleriebeschuss am Mittwoch hatten die USA, China sowie zahlreiche andere Staaten die beiden Atommächte zur Mäßigung aufgerufen. Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan und die indische Außenministerin Sushma Sawraj hatten danach erklärt, sie wollten eine Eskalation des Konflikts vermeiden.

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Spaltung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen die beiden Länder das Himalaya-Tal Kaschmir für sich. Sie kontrollieren jeweils einen Teil und haben bereits zwei Kriege um das Gebiet geführt. Im indischen Teil – dessen Bevölkerung im Gegensatz zum Rest des mehrheitlich hinduistischen Landes überwiegend muslimisch ist – gibt es seit Ende der 1980er Jahre immer wieder Gewalt zwischen Separatisten und Sicherheitskräften. Indien wirft dem pakistanischen Militärgeheimdienst ISI vor, islamistische Terroristen im indischen Teil Kaschmirs zu unterstützen. Pakistan bestreitet dies.

Der pakistanische Luftraum blieb auch am Donnerstag gesperrt. Dadurch mussten viele Fluggesellschaften ihre Flüge von Europa nach Asien umleiten. Die thailändische Fluggesellschaft Thai Airways International strich sogar alle Flüge nach Europa, wodurch Tausende Passagiere auf dem Flughafen Bangkok festsaßen. (APA/AFP/dpa)


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Johnson freute sich am Dienstag sichtlich über seinen Sieg.EU
EU

Vom Iran bis zu Huawei: Johnsons Positionen abseits des Brexit

Wie der künftige britische Premierministers zum Brexit steht, ist bekannt. Doch was sagt Johnson zu anderen Schlüsselthemen – vom Iran, über die USA bis zu S ...

Aufnahme aus dem Jahr 1997: Chinas Präsident Jiang Zemin (l.) bei einem Gespräch mit Regierungschef Premier Li Peng.China
China

Chinas Ex-Regierungschef Li Peng gestorben

Li Peng war wegen seiner maßgeblichen Rolle bei der blutigen Niederschlagung der Proteste auf dem Tiananmen-Platz 1989 in Peking weltweit bekannt geworden.

News-Blog: US-Präsident Trump
News-Blog: US-Präsident Trump

Polizist droht Demokratin nach Trump-Kritik, Indien widerspricht Trump

US-Präsident Donald Trump hat mehrere Politikerinnen der oppositionellen Demokraten zur Rückkehr in die Herkunftsländer ihrer Familien aufgefordert - und dam ...

Ekrem Imamoglu hat die Bürgermeisterwahl erneut für sich entschieden - diesmal deutlich.Türkei
Türkei

Neuer Bürgermeister Istanbuls: AKP dürfte Steine in Weg legen

Ekrem Imamoglu von der oppositionellen CHP eroberte sensationell den Bürgermeistersessel in Istanbul und demütigte Erdogans AKP. Diese dürfte nun wohl alles ...

Wolodymyr Selenskyj bei einer Rede vor seinen Unterstützern nach der Wahl.Ukraine
Ukraine

Ukraine-Wahl: Prowestlicher Selenskyj gewann absolute Mehrheit

Wahlsensation in der Ukraine: Die proeuropäische Partei von Präsident Selenskyj kann allein regieren. Mit ihrer starken Mehrheit im Parlament kann Selenskyi ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »