Letztes Update am Sa, 25.05.2019 08:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Machtwechsel

Protestanführer im Sudan rufen zu Generalstreik auf

Eine zweitägige Arbeitsniederlegung ab Dienstag soll den Druck auf den Militärrat erhöhen. Die Protestbewegung ruft zu „friedlichem Widerstand“ auf.

Nach monatelangen Massenprotesten hatte die sudanesische Armee am 11. April den drei Jahrzehnte lang autoritär herrschenden Staatschef Omar al-Bashir gestürzt.

© AFPNach monatelangen Massenprotesten hatte die sudanesische Armee am 11. April den drei Jahrzehnte lang autoritär herrschenden Staatschef Omar al-Bashir gestürzt.



Khartum – Angesichts der stockenden Verhandlungen mit der Militärführung haben die Protestanführer im Sudan für kommende Woche zu einem zweitägigen Generalstreik aufgerufen. Die Protestaktion am Dienstag und Mittwoch betreffe alle „öffentlichen und privaten Einrichtungen und Unternehmen“, teilte die Allianz für Freiheit und Wandel am Freitag mit.

Zudem würden Sitzblockaden in der Hauptstadt Khartum und in anderen Städten des Landes organisiert. Wegen der ausbleibenden Fortschritte in den Gesprächen mit dem regierenden Militärrat sei der Aufruf zum „friedlichen Widerstand“ unausweichlich, erklärte die Allianz. Die Verhandlungen zwischen der Militärführung und der Opposition über eine Übergangsregierung waren am Montag erneut unterbrochen worden. Hauptstreitpunkt ist die Frage, ob ein Zivilist oder ein Armeevertreter das neue Gremium leiten soll.

Militärrat für Übergangszeit

Nach monatelangen Massenprotesten hatte die sudanesische Armee am 11. April den drei Jahrzehnte lang autoritär herrschenden Staatschef Omar al-Bashir gestürzt. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde zunächst ein Militärrat eingesetzt. Die Protestbewegung sieht in diesem Gremium jedoch eine Fortsetzung der Regierung Bashirs.

Mitte Mai einigen sich beide Seiten dann grundsätzlich auf einen gemeinsamen Übergangrat, der die Geschicke des Landes in den kommenden drei Jahren leiten soll. Zudem ist ein Parlament mit 300 Abgeordneten vorgesehen, die zu zwei Dritteln von der Protestbewegung ernannt werden sollen. (APA, AFP)