Letztes Update am Mi, 05.06.2019 14:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weltpolitik

Südkorea hilft Nordkorea wegen Hungersnot mit Millionenbetrag

Die Regierung in Seoul hat acht Millionen Euro wegen der „sich verschlechternden Ernährungslage“ im Nachbarland bewilligt. Pjöngjang sieht die Unterstützung als „unwesentlich“.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un. (Archivbild)

© X02538Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un. (Archivbild)



Seoul – Südkorea leistet Nordkorea humanitäre Hilfe in Höhe von acht Millionen Dollar (7,11 Mio. Euro). Die Regierung in Seoul habe die Mittel wegen der „sich verschlechternden Ernährungslage“ im Nachbarland bewilligt, teilte die für die innerkoreanischen Beziehungen zuständige Behörde am Mittwoch mit.

Nordkorea leidet nach UNO-Angaben unter den schlimmsten Ernteausfällen seit einem Jahrzehnt. Die UNO schätzt, dass rund zehn Millionen Nordkoreaner – 40 Prozent der Bevölkerung – unter gravierender Lebensmittelknappheit leiden, ähnlich viel wie in den vergangenen Jahren.

Es ist die erste Unterstützung dieser Art durch Seoul seit 2015. Sie erfolgt vor dem Hintergrund von Südkoreas Bemühungen, die festgefahrenen Gespräche zwischen seinem Verbündeten Washington und Pjöngjang über die atomare Abrüstung Nordkoreas wieder in Gang zu bringen.

Bei einem Gipfeltreffen in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi im Februar hatten US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un keine Einigung erzielt. Seitdem hat Pjöngjang den Kontakt zu Seoul und Washington weitgehend abgebrochen.

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Das Geld wird über die UNO bereitgestellt. 4,5 Millionen Dollar fließen in das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, 3,5 Millionen Dollar gehen an das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF.

Nordkorea: Unterstützung „unwesentlich“

Eine nordkoreanische Propaganda-Website tat die Unterstützung als „unwesentlich“ für die innerkoreanischen Beziehungen ab. Wenn der Süden „aufrichtig eine nachhaltige Entwicklung, Frieden und Wohlstand wünscht“, solle er stattdessen die im vergangenen Jahr vereinbarten innerkoreanischen Wirtschaftsprojekte umsetzen, hieß es auf der staatlichen Uriminzokkiri-Website im vergangenen Monat.

In den 1990er Jahren waren während einer schweren Hungersnot in Nordkorea Hunderttausende Menschen gestorben. Der Westen macht die Führung in Pjöngjang dafür verantwortlich, die viel Geld in das Atom- und Raketenprogramm des Landes steckte. Die deswegen verhängten internationalen Sanktionen treffen auch die nordkoreanischen Bauern hart, weil es an Maschinenteilen und Treibstoff fehlt. (APA/AFP/sda)


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