Letztes Update am Mi, 19.06.2019 10:46

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Präsidentschaftswahl

Selbstlob in Superlativen: Trump startet Wahlkampf vor 20.000 Anhängern

Die USA würden inzwischen „blühen“ und „boomen“, tönte der US-Präsident bei seinem Auftritt in Orlando. Trump genoss es sichtlich, wieder im Wahlkampfmodus agieren zu können.

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania bei ihrem Auftritt in Orlando.

© AFPUS-Präsident Donald Trump und First Lady Melania bei ihrem Auftritt in Orlando.



Orlando, Washington – US-Präsident Donald Trump hat den Startschuss für seinen Wahlkampf für eine Wiederwahl 2020 gegeben. „Ich stehe heute Nacht vor euch, um offiziell meinen Wahlkampf für eine zweite Amtszeit als Präsident der Vereinigten Starten zu starten“, sagte Trump am Dienstagabend vor 20.000 Anhängern in Orlando im US-Staat Florida. Seine Rede triefte vor Selbstlob und Attacken auf Medien und die Demokraten.

Die USA würden inzwischen „blühen“ und „boomen“, sagte Trump, der hofft, die guten Wirtschaftsdaten könnten ihm zu einer Wiederwahl verhelfen. „Die ganze Welt ist neidisch auf unsere Wirtschaft. Es ist vielleicht die beste Wirtschaft in der Geschichte unseres Landes.“ Er werde dafür sorgen, dass Amerika „großartig“ bleibe, versprach der Präsident, der „Keep America Great“ zu seinem neuen Wahlkampfmotto machte. In die Wahl 2016 war Trump mit dem Slogan „Make America Great Again“ gezogen („Macht Amerika wieder großartig“).

Attacken auf Medien und „radikale“ Demokraten

Seine Rede hatte der 73-jährige Republikaner mit Angriffen auf die Medien begonnen, die er wie so häufig als „Fake News“ bezeichnete. Die Zuhörer reagierten mit Buh-Rufen an die Adresse der zahlreichen anwesenden Journalisten. Solche Szenen hatten sich schon im Wahlkampf 2016 abgespielt.

Trump attackierte zudem die oppositionellen Demokraten, die ihn 2020 aus dem Weißen Haus drängen wollen: Die „radikalen“ Demokraten seien von „Hass, Vorurteilen und Wut“ geleitet. „Sie wollen euch zerstören und sie wollen unser Land, wie wir es kennen, zerstören.“ Eine Stimme für einen Demokraten sei eine Stimme für einen radikalen Sozialismus und für die Zerstörung des amerikanischen Traums.

Zugleich stellte er sich erneut mit Blick auf den Vorwurf einer russischen Einmischung bei der vorherigen Wahl zu seinen Gunsten als Opfer einer Kampagne der politischen Gegner und der Medien dar. „Wir haben die größte Hexenjagd der politischen Geschichte hinter uns“, sagte Trump. „Es war alles ein illegaler Versuch, das Wahlergebnis zu kippen.“

Trotz schlechter Umfragewerte siegesgewiss

In der florierenden Wirtschaft erkannte Trump den Erfolg seiner „America-First-Politik“ und der von ihm angezettelten Zollkonflikte. So sei er in einem historischen Schritt gegen die chronisch unfairen Handelspraktiken Chinas vorgegangen. „Das hätte schon vor langer Zeit getan werden sollen. Aber die Tage, an denen amerikanische Jobs und amerikanische Firmen, amerikanische Ideen und Wohlstand gestohlen werden, sind vorbei.“

Trotz schlechter Umfragewerte zeigte sich Trump siegesgewiss. Er stellte ein „Erdbeben an den Wahlurnen“ in Aussicht. „Wir haben es einmal gemacht, und wir werden es wieder tun.“ Bei der Präsidentschaftswahl 2016 hatte Trump seine in Umfragen vorne liegende demokratische Rivalin Hillary Clinton besiegt.

Trump wurde in Florida von Vizepräsident Mike Pence, dessen Ehefrau Karen und First Lady Melania Trump begleitet. Sein Stellvertreter Pence sagte: „Wir haben 2016 Geschichte geschrieben, und wir werden wieder Geschichte schreiben.“ Auch Trumps Familie, Mitglieder seiner Regierung und einige republikanische Senatoren waren bei dem Wahlkampfauftakt mit dabei.

Vorwahlen beginnen erst im Februar

Trump hatte den Ort für seinen Wahlkampfauftakt mit Bedacht gewählt: Florida gehört zu den Bundesstaaten mit einer Schlüsselrolle für den Ausgang der Präsidentschaftswahl im November 2020. Das Präsidentschaftsrennen zwischen Demokraten und Republikanern in dem Staat fällt für gewöhnlich eng aus. Einer aktuellen Umfrage der Quinnipiac University liegen in Florida mehrere potenzielle demokratische Präsidentschaftsbewerber vor Trump, Ex-Vizepräsident Joe Biden sogar mit 50 zu 41 Prozent.

Die Vorwahlen zur Bestimmung der Kandidaten beginnen im Februar. An der erneuten Nominierung Trumps durch die Republikaner gibt es keinen Zweifel, auch wenn er in dem Ex-Gouverneur Bill Weld interne Konkurrenz hat. Bei den US-Demokraten gibt es 23 Präsidentschaftsbewerber, wobei Biden als Favorit gilt. Der 76-Jährige war acht Jahre lang der Vizepräsident von Trumps Vorgänger Barack Obama. (APA/AFP/dpa/Reuters)