Letztes Update am Do, 18.07.2019 13:06

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Irak

Dritter Toter nach Angriff auf türkische Diplomaten im irakischen Erbil

Mindestens ein Angreifer feuerte am Mittwochnachmittag auf mehrere türkische Konsulatsmitarbeiter, die in einem Restaurant in Erbil versammelt waren. Ankara bestätigte den Tod des türkischen Vizekonsuls. Der zweite Tote sei ein Iraker, der dritte ein irakischer Kurde, der einen Tag später seinen Verletzungen erlag.

Security am Tatort.

© AFPSecurity am Tatort.



Erbil – Nach einem Angriff auf türkische Diplomaten in einem Restaurant im nordirakischen Erbil ist ein dritter Mensch seinen Verletzungen erlegen. Ein 26-jähriger irakischer Kurde sei nach dem Angriff in der Nacht auf Donnerstag gestorben, teilten seine Angehörige der Nachrichtenagentur AFP mit. Auch der türkische Vize-Konsul in Erbil und ein weiterer Zivilist waren bei dem Angriff getötet worden.

Trotz der Errichtung von Straßensperren um das Viertel Ainkawa, in dem der Angriff geschah, wurde der Täter bisher nicht gefasst. Die Regierung der autonomen Kurdenregion im Nordirak erklärte, eine Untersuchung eingeleitet zu haben. Sie werde keinerlei Bedrohung der „Sicherheit und Stabilität“ der Region hinnehmen.

In diesem Restaurant fand der Angriff statt.
In diesem Restaurant fand der Angriff statt.
- AFP

Türkei kündigte „passende Antwort“ an

Während die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) jede Verwicklung in den Angriff zurückwies, kündigte die türkische Regierung eine „passende Antwort“ an. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, die Türkei arbeite mit den örtlichen Behörden zusammen, um die Täter baldmöglichst zu finden. Sein Sprecher Ibrahim Kalin kündigte am Mittwoch an, die Türkei werde eine „passende Antwort“ geben.

Die türkische Armee geht im Nordirak seit Mai verstärkt gegen die kurdische PKK-Guerilla vor, die in den Kandil-Bergen an der Grenze zur Türkei und dem Iran seit Jahrzehnten Rückzugslager unterhält. Erst am Mittwoch meldete das türkische Verteidigungsministerium, dass Kampfjets sieben „PKK-Terroristen“ im Nordirak getötet hätten.

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Der PKK-Sprecher Diar Denir sagte aber, seine Gruppe sei nicht in den Angriff verwickelt. Der oder die Täter ergriffen nach der Attacke die Flucht. Augenzeugen sagten, die Polizei habe umgehend Kontrollposten um das Viertel Ainkawa errichtet. Die US-Botschaft in Bagdad verurteilte den Angriff und rief die irakischen Behörden zur „Verteidigung der Sicherheit ausländischer Diplomaten und diplomatischer Einrichtungen“ auf. (APA/AFP/dpa)