Letztes Update am Do, 15.08.2019 13:17

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kirche

Papst Franziskus mit Video-Botschaft gegen Missbrauch

Mit seiner Botschaft unterstützt das Kirchenoberhaupt die Anliegen des neu errichteten Forschungszentrum gegen Missbrauch in Chile.

Papst Franziskus.

© REUTERSPapst Franziskus.



Santiago de Chile/Vatikanstadt – Papst Franziskus hat Politik und Kirche dazu aufgerufen, Minderjährige vor Missbrauch und Manipulation jeder Art zu bewahren: „Denn das zerstört ihr Herz!“, mahnte der Papst in einer via Twitter verbreiteten Video-Botschaft an das neu errichtete Forschungszentrum gegen Missbrauch „Cuida“ in Chile.

Wie das Online-Portal Vatican News am Donnerstag laut Kathpress berichtete stellte sich der Papst damit hinter das Anliegen des an der Katholischen Universität Chile in der Hauptstadt Santiago angesiedelten Forschungszentrums. Das Zentrum will u.a. den „sozialen und institutionellen Kontext von Kindesmissbrauch“ untersuchen – mit dem Schwerpunkt kirchliches Umfeld. Geleitet wird das Zentrum von der Psychologie-Professorin Pía Santelices, die seit zehn Jahren mit Missbrauchsopfern arbeitet.

Auch die chilenische Kirche wird seit Jahren von einem schweren Missbrauchsskandal erschüttert. Papst Franziskus hat das Land im Jänner 2018 besucht. Im Februar 2019 hat Franziskus im Vatikan mit Bischöfen aus aller Welt einen Gipfel zum Thema Kinderschutz veranstaltet.

Die Bischöfe sollten „mithilfe all der wissenschaftlichen Mittel, die Ihnen zu Gebote stehen, wachen über die Herzen der Minderjährigen und der Kinder. Über die Herzen wachen! Sorge tragen – das bedeutet ‚Cuida‘. Sorge tragen voller Zärtlichkeit“, betonte der Papst in seiner Videobotschaft, die die Uni auf Twitter veröffentlichte.

Der Papst bedankte sich auch bei den Institutionen, die am Forschungszentrum mitwirken. Neben der Katholischen Uni in Santiago de Chile trägt auch die Fundacion para la Confianza (Stiftung für Vertrauen) das neue Zentrum. Diese Stiftung wurde von den Hauptanklägern des früheren Pfarrers Fernando Karadima gegründet; sie kümmert sich um die Überlebenden von Missbrauch. Mit Karadimas Namen verbinden sich einige der schlimmsten Fälle von Missbrauch und seiner Vertuschung in der Kirche von Chile. (APA)