Letztes Update am Do, 22.08.2019 23:02

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UN-Sicherheitsrat

Russland warnt USA: Nur einen Schritt vom Wettrüsten entfernt

Es stehe nicht weniger auf dem Spiel als die Existenz der Menschheit, warnte der stellvertretende russische Botschafter Dmitri Poljanski vor dem UN-Sicherheitsrat.

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New York - Russland hat die Vereinigten Staaten wegen des Tests eines Marschflugkörpers scharf kritisiert. Die Handlungen Washingtons bedrohten die internationale Sicherheit, sagte der stellvertretende Botschafter Dmitri Poljanski am Donnerstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. „Wir sind alle nur einen Schritt von einem Wettrüsten entfernt, das nicht mehr kontrolliert oder reguliert werden kann“.

Es stehe nicht weniger auf dem Spiel als die Existenz der Menschheit, sagte Poljanski und prangerte auch ausbleibende Kritik der europäischen Staaten an den USA angesichts des Tests und der offensichtlichen Bereitschaft von US-Präsident Donald Trump zu einem Wettrüsten an.

Russland und China beantragten Dringlichkeitssitzung

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Montag mitgeteilt, dass erstmals nach dem Ende des INF-Abrüstungsvertrags wieder ein konventioneller landgestützter Marschflugkörper getestet worden sei. Russland und China hatten daraufhin scharfe Kritik geübt und eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates beantragt.

Der amtierende US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Jonathan Cohen, warf Russland seinerseits vor, selbst den Bruch des INF-Vertrages herbeigeführt zu haben. Russlands neu entwickelte Waffentypen seien eine Bedrohung, das Land „modernisiere und verbreitere sein Arsenal an Atomwaffen“. In einer Welt nach dem INF-Vertrag müssten die USA ihre Interessen vertreten.

USA kündigte INF-Vertrag mit Anfang August

Washington hatte den INF-Vertrag Anfang Februar mit Rückendeckung der NATO-Partner mit 2. August gekündigt, weil sie davon ausgehen, dass Russland ihn seit Jahren mit einem Mittelstreckensystem namens SSC-8 (Russisch: 9M729) verletzt. Dieses soll in der Lage sein, Marschflugkörper abzufeuern, die sich mit Atomsprengköpfen bestücken lassen und mehr als 2000 Kilometer weit fliegen können. Moskau weist dies zurück, beide Seiten geben sich gegenseitig die Schuld für die Eskalation.

Sowohl Russland als auch die Vereinigten Staaten betonten vor den Vereinten Nationen die Bereitschaft zu Gesprächen zur gegenseitigen Waffenkontrolle. (APA/dpa)